Herzensthema Nachhaltigkeit

Faszination Forschung

Claudia Ricci, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Team »Zusammenarbeit und Führung«, treibt der Wunsch an, mit ihrer Arbeit einen positiven Beitrag zu leisten.

© Fraunhofer IAO, Foto: Ludmilla Parsyak Claudia Ricci stammt aus der Region Trentino in Italien. Zunächst studierte sie Wirtschaftswissenschaften und Betriebsführung in Bozen, anschließend absolvierte sie ihren Master in BWL in München. Nach mehreren beruflichen Stationen bei Unternehmen in München und Brixen, Südtirol, bewarb sie sich am Fraunhofer IAO. Seit März 2019 ist sie dort wissenschaftliche Mitarbeiterin im Team »Zusammenarbeit und Führung«. Sie leitet Forschungs- und Industrieprojekte rund um das Thema New Work sowie intern eine Arbeitsgruppe – stets mit Fokus auf Nachhaltigkeit. Aktuell promoviert sie auch in diesem Themenfeld.

Mit dem Thema Nachhaltigkeit habe ich mich zum ersten Mal im Jahr 2011 beschäftigt. Im Rahmen meines Studiums der Betriebswirtschaftslehre habe ich erst eine Studienarbeit und später auch meine Bachelorarbeit zu dem Thema verfasst. Auch bei meinem Praktikum in einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hatte ich mit Nachhaltigkeitsberichten zu tun. Viele halten Zahlen für trocken. Aber wenn man genau hinsieht, erzählen sie eben auch Geschichten. Genau das fasziniert mich.

Seitdem zieht sich das Thema Nachhaltigkeit wie ein roter Faden durch meine Laufbahn und wurde zu einer Herzensangelegenheit. Nach meinem Masterstudium war ich zunächst als Nachhaltigkeitsberaterin und -trainerin für eine Unternehmensberatung tätig. Mein Ziel war es, in Unternehmen etwas Positives zu bewirken. Nach vier Jahren wurde ich zufällig auf eine Stellenausschreibung des Fraunhofer IAO aufmerksam. Ich bewarb mich – und bekam die Stelle. Seither bin ich als Forscherin tätig und verbinde in meiner Arbeit die Themen Arbeitsgestaltung und Organisationsentwicklung mit den Aspekten der ökologischen, sozialen und ökonomischen Nachhaltigkeit in Unternehmen. Und ich habe gemerkt: Hier komme ich meinem Ziel, Wirkung zu erzeugen, am nächsten.

Verantwortung übernehmen

Warum? Nun, in meinen Jahren in Praxis und Forschung habe ich gelernt, dass der Weg eines Unternehmens hin zu mehr Nachhaltigkeit komplex ist. Im Fokus stehen in der Regel Daten wie CO2-Emissionen, Energie- und Wasserverbrauch, Umwelt- und Klimarisiken sowie soziale Aspekte wie Arbeitsbedingungen, Gesundheit und Mitbestimmung. Reporting-Zahlen messen Ergebnisse, was wichtig ist. Wenn man aber Veränderungen anstoßen will, muss die Idee der Nachhaltigkeit ein Unternehmen wirklich durchdringen. Dafür braucht es mehr als neue Technologien – es braucht Menschen, die mitdenken und Verantwortung übernehmen. Das Thema muss in Entscheidungen, Prozessen und Rollen verankert sein. Als Forscherin in der Arbeitswissenschaft kann ich dazu beitragen, die organisatorische Basis für mehr Nachhaltigkeit zu schaffen.

Mein Motto ist: Jeder und jede kann irgendwo ansetzen. Kürzlich habe ich auf LinkedIn über Green Teams geschrieben – freiwillige, oft informelle Initiativen von Mitarbeitenden, die Nachhaltigkeit von unten vorantreiben. Das kann eine Tauschbörse sein, eine Fahrradaktion oder ein Digital Cleanup Day. Solche ganz einfachen Ansätze sind unheimlich wichtig, weil sie uns vor Augen führen, dass die Transformation hin zu mehr Nachhaltigkeit eine Aufgabe ist, die wir nur gemeinsam bewältigen können.

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»Organisationsentwicklung und Arbeits­­gestaltung«

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Zukunftsfähige Arbeitswelten in turbulenten Zeiten: Im Dialog mit unseren Forschenden und weiteren Expertinnen und Experten werden in kurzweiligen 60-minütigen Sessions zahlreiche zentrale Themen beleuchtet, z. B. zukunftsfähige Geschäftsmodelle, inklusive Bürowelten oder die Effektivität interaktiver KI-Anwendungen. Immer freitags von 08:00-09:00 Uhr.

 

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Aus dem Magazin »FORWARD

Dieser Beitrag ist Teil des Magazins »FORWARD 1/26 des Fraunhofer IAO und des IAT der Universität Stuttgart.