Bislang fehlt es an systematischen Methoden, um komplexe Kooperationen innerhalb datengetriebener Wertschöpfungsnetzwerke gezielt zu gestalten und zu steuern. Dies hat zur Folge, dass Ressourcen ineffizient eingesetzt werden, Partnerschaften scheitern und Potenziale ungenutzt bleiben. Insbesondere mangelt es an Ansätzen, die technische, organisatorische und soziale Aspekte sowie deren Wechselwirkungen gleichermaßen berücksichtigen.
Das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO arbeitetet gemeinsam mit der Universität Paderborn, mit der Fachgruppe Advanced Systems Engineering (ASE) am Institut für Informatik und dem Institut für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement (IAT) der Universität Stuttgart an einem Methodenset, welches es ermöglicht, Akteurskonstellationen und Organisationsformen vorausschauend zu konfigurieren und Potenziale durch die Co-Evolution der beteiligten Akteure verantwortungsvoll zu erschließen.
Ganzheitliche Weiterentwicklung von Datenökosystemen als Schlüssel zur Wertschöpfung
Ob Energie, Mobilität, Produktion oder kommunale Services: Immer mehr Branchen sind auf funktionierende Datenökosysteme angewiesen. Doch bisher fehlt es an Methoden, um komplexe Kooperationsstrukturen zu gestalten oder ihre Entwicklung vorauszuplanen. »KONVOY« setzt hier an und integriert erstmals technische, organisatorische und soziale Komponenten in einem einheitlichen Modellierungs- und Analyseansatz. »Wertschöpfung in Datenökosystemen funktioniert nur, wenn alle Beteiligten technische und organisatorische Entscheidungen gemeinsam denken und ihre Wechselwirkungen berücksichtigen«, sagt Dr. Jens Neuhüttler, Forschungsbereichsleiter am Fraunhofer IAO. »Mit KONVOY liefern wir Methoden, um Systeme gemeinschaftlich zu planen und die Auswirkungen von Entscheidungen zu simulieren – für verlässliche Kooperationen.«
Simulationen zeigen Entwicklungspfade für datengetriebene Wertschöpfung
Im wissenschaftlichen Projekt werden zunächst szenariobasierte Zukunftsbilder für Datenökosysteme erarbeitet. Anschließend modelliert das Projektteam Wertschöpfungsnetzwerke und entwickelt Simulationen, die Akteuren zeigen, wie sich unterschiedliche Konfigurationen künftig auswirken können. So entstehen Entscheidungsgrundlagen für Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Politik.
Zudem analysiert das Projektteam rund um das Fraunhofer IAO, die Universität Paderborn sowie die Universität Stuttgart bis Ende 2028 im Rahmen des Fachprogramms »Zukunft der Wertschöpfung« weitere geförderte Projekte und bereitet die Ergebnisse für den Transfer auf. So werden branchenübergreifend Erkenntnisse über die gezielte Gestaltung und Erfolgsfaktoren der Wertschöpfung in Datenökosystemen erlangt und für den Transfer aufbereitet.