Wie ländliche Räume zu Innovationsräumen werden

Social Foresight Lab

 

Das CeRRI des Fraunhofer IAO veröffentlicht Studie zu Möglichkeiten und Bedingungen für regionale Transformation

Was macht ländliche Innovationsräume aus und wie kann die Transformation ländlicher Räume funktionieren? Das Center for Responsible Research and Innovation (CeRRI) des Fraunhofer IAO hat zusammen mit vier Partnern in einem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekt ländliche Räume in sieben Bundesländern untersucht. Die Ergebnisse sind nun in einer neuen Studie erschienen.

Gut die Hälfte der in Deutschland erzielten Wertschöpfung entsteht in ländlichen Räumen. Hohe Lebensqualität, weltweit erfolgreiche Unternehmen sowie alternative Lebens- und Organisationsformen zeichnen deren Zukunftsfähigkeit in Deutschland aus. Auf der anderen Seite spüren sie Herausforderungen wie den demografischen Wandel häufig besonders stark. Doch Innovationen und die Produktion von neuem Wissen konzentriert sich scheinbar vorwiegend auf urbane Gebiete. Über welche Potenziale und spezifischen Ressourcen verfügen ländliche Räume, um dem Strukturwandel zu begegnen? Wie entstehen dort Innovationen und wie kann Forschung und Entwicklung sie bei der Zukunftsgestaltung unterstützen?

Schlüsselakteure und eine lokale Innovationsarena für regionale Transformation nutzen

Rollen in den Phasen eines Innovationsprozesses

Rollen in den Phasen eines Innovationsprozesses

Die Schätze ländlicher Räume liegen in Natur und Umwelt, Infrastruktur, Kulturerbe, lokal verankertem Wissen, der Tradition und den sozialen Netzwerken vor Ort. Ob eine Region diese Schätze nutzt, liegt an den Schlüsselakteuren und dem lokalen Innovationsökosystem. Laut der Studie »Horizonte erweitern – Perspektiven ändern« des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO sind vier verschiedene Rollen der aktiv Beteiligten für eine erfolgreiche Transformation ländlicher Gebiete entscheidend: Impulsgeber, Entscheidende, Umsetzer sowie Unterstützer und Unterstützerinnen. Sie finden sich in Unternehmen, Organisationen, Vereinen, Genossenschaften und der Verwaltung und erkennen die Schätze ihrer Region – dabei haben sie eine Vision, wie sie diese zur Entwicklung der Region nutzen können.

»Erfolgreich können diese Akteure sein, wenn sie in einer unterstützenden Innovationsarena aktiv sind«, sagt der Leiter der Studie Dr. Fabian Schroth. Wenn eine Kultur der Offenheit und Zukunftsorientierung vorhanden ist, können sie die große soziale und räumliche Nähe ländlicher Räume nutzen, um ein Gemeinschaftsgefühl, eine geteilte Vision und Ziele für die Region entwickeln. Das Besondere dabei ist, dass dadurch die endogenen Potenziale der Region erkannt und genutzt werden.

Sechs Handlungsfelder für eine regionale Transformation

Um eine Region bei ihrer Transformation zu unterstützen, haben die Expertinnen und Experten des CeRRI des Fraunhofer IAO sechs Handlungsfelder erarbeitet, um ganzheitliche Veränderungsprozesse zu strukturieren. Entlang der Handlungsfelder wie z.B. »Wurzeln und Identitäten wertschätzen«, »Vielfältige Gemeinschaft fördern« oder, »Vernetzung vorantreiben« können Schlüsselakteure regionaler Entwicklung Leitbilder und Maßnahmen entwickeln. Die Handlungsfelder unterstützen dabei, die Zukunft der Region strategisch zu gestalten und ihre Attraktivität und Lebensqualität zu steigern. Das ist insbesondere für Regionen interessant, die vom Strukturwandel betroffen sind, da sie so die Möglichkeit erhalten, diesen Wandel aktiv und ganzheitlich anzugehen.