Studie: Smart Services im Maschinenbau schrittweise entwickeln

Studie Serviceplattformen

 

Fraunhofer IAO ermittelt Trends für KMU im Servicebereich des Maschinen- und Anlagenbaus

Technologische Trends wie der digitale Zwilling ermöglichen dem Maschinen- und Anlagenbau völlig neue Potenziale, um Kosten zu sparen, Kunden zu binden und neue Services anbieten zu können. Das Fraunhofer IAO hat in einer Kurzstudie diese Entwicklungen im Servicebereich analysiert, strukturiert und Handlungsempfehlungen für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) daraus abgeleitet.

Die Einführung von Industrie 4.0 in produzierenden Unternehmen beschleunigt auch die Einführung von Smart Services. Besonders kleine und mittlere Unternehmen (KMU) können durch das Bündeln von Smart Products und Smart Services Alleinstellungsmerkmale in einer bestimmten Marktnische schaffen. Wenn Kunden eine ganzheitliche Lösung anstelle von singulären Produkten erhalten und das Unternehmen dabei ein definiertes Servicelevel gewährleisten kann, ist das ein klarer Wettbewerbsvorteil.

Serviceplattformen im Baukastenprinzip nach Bedarf nutzen

Vor diesem Hintergrund hat das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO zusammen mit dem Institut für Steuerungstechnik der Werkzeugmaschinen und Fertigungseinrichtungen ISW der Universität Stuttgart die Kurzstudie »Smart Services im Maschinen- und Anlagenbau« erstellt. Die Autoren haben Trends und Entwicklungen im Servicebereich des Maschinen- und Anlagenbaus analysiert und zu strukturiert. Der Fokus liegt dabei insbesondere auf der Nutzung von Serviceplattformen mit den dazugehörigen Smart Services. »Daten- und Serviceplattformen haben in den letzten Jahren technisch riesige Fortschritte gemacht. KMU können deren Rechenleistung, Speicherkapazitäten und Softwaremodule nach dem Baukastenprinzip einfach und sicher nutzen« stellt Dr. Mike Freitag, Studienautor und Projektleiter des Fraunhofer IAO, fest.

Handlungsempfehlungen für KMU zur Nutzung von Serviceplattformen

Um ein umfassendes Bild zu den Anwendungserfahrungen sowie den Hemmnissen und Barrieren beim Einsatz von Plattformen und Smart Services zu erhalten, haben die Studienautoren 15 Expertinnen und Experten aus KMU befragt. Aus den Interviews haben die Wissenschaftler folgende Handlungsempfehlungen für KMU abgeleitet:

  • Um den Wandel vom Produktanbieter zum Serviceanbieter zu vollziehen, ist es wichtig, eigene Strategien und Geschäftsmodelle zur Nutzung von Serviceplattformen zu entwickeln. Serviceangebote sollten einfach nutzbar und leicht verständlich sein.
  • Um neue Smart Services überhaupt anbieten zu können, müssen valide Daten gesammelt, strukturiert und aufbereitet werden.
  • Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen im Transformationsprozessen frühzeitig einbezogen und qualifiziert werden.
  • Der Datenschutz ist auch hier ein wichtiger Erfolgsfaktor. Schon bei der Entwicklung neuer Smart Services sollten Daten nur dann erhoben werden, wenn diese auch für den Smart Service benötigt werden.

Das ebenfalls in der Studie beschriebene Vorgehensmodell eines Smart Service Lifecycle Managements erläutert, das gerade KMU Smart Service Schritt für Schritt entwickeln sollten, unabhängig davon, ob eine Plattform dafür genutzt wird oder nicht.