Not macht erfinderisch – Warum wir von der Krise profitieren können

© Fraunhofer IAO, Illustration: Thomas Kuhlenbeck

Der Physiker und Optiker Joseph von Fraunhofer, Namensgeber der Fraunhofer-Gesellschaft, steht für das Streben, wissenschaftliche Erkenntnisse schnell in die Praxis umzusetzen. Er machte nicht nur bahnbrechende Entdeckungen im Bereich Optik und Feinmechanik, sondern nutzte diese auch, um ein profitables Unternehmen aufzubauen.

Joseph von Fraunhofers Karriere war jedoch nicht nur das Ergebnis von Begabung und Zielstrebigkeit. Sie war, wenn man so will, auch das Resultat tragischer Schicksalsschläge: Seine Eltern starben als er noch ein Kind war. Wenige Jahre später stürzte das Haus des Glasschleifers, bei dem er in der Lehre war, ein. Fraunhofer wurde lebend geborgen. Durch das Unglück wurden Förderer auf den Jungen aufmerksam und legten den Grundstein für seine Karriere.

Diese wundersame Geschichte zeigt: Krisen können Wendepunkte einleiten. Natürlich führt nicht jede Katastrophe ins Glück. Und doch gilt: Wenn die Welt aus den Fugen gerät, kommen Dinge in Bewegung. Kreative Kräfte können entfesselt werden, Wandel wird möglich, meist beschleunigt, oft auch erzwungen.  

Im zurückliegenden Jahr haben wir genau das immer wieder erlebt. Mitten im Leid, das das Coronavirus über die Welt gebracht hat, wurden plötzlich Prozesse in Wirtschaft und Gesellschaft angestoßen, die ins Stocken geraten waren – und auch ganz neue. Ganze Unternehmen, unser Institut eingeschlossen, stellten quasi über Nacht aufs Homeoffice um. Das Kontaktverbot wurde zum Innovationsgebot. Es war, als hätte jemand die »Fast-Forward-Taste« gedrückt. Und längst geht es nicht mehr nur um Schadensbegrenzung in Zeiten der Pandemie. Vielmehr scheint sich die Erkenntnis durchzusetzen, dass wir insgesamt beweglicher und flexibler sein müssen, wenn wir uns in Märkten behaupten wollen, die sich immer schneller verändern. Die Krise zwingt uns zum Umdenken. Die Frage etwa, wie wir unter den Umständen der Pandemie arbeiten können, führt uns zu der Frage, wie wir in Zukunft generell arbeiten wollen. Alte Gewohnheiten werden in Frage gestellt. Die Gesellschaft macht sich auf den Weg in eine »Neue Normalität«.

Auch wir haben die Krise zum Anlass genommen, Lösungen für drängende Probleme zu entwickeln. So haben wir uns im Rahmen zahlreicher Studien und im Auftrag von Kunden mit der Frage beschäftigt, wie Arbeit, Dienstleistungen, Hotels oder Mobilität in Zukunft gestaltet sein können. Im Zentrum stand dabei für uns etwa die Frage, wie mehr Resilienz möglich wird, oder, wie Wertschöpfung auch unter widrigsten Bedingungen wirtschaftlich sinnvoll sein kann. An solchen Fragenstellungen haben wir in den letzten Monaten geforscht, um Lösungen für drängenden Probleme in Wirtschaft und Gesellschaft zu entwickeln. Zunächst in der Theorie, gemeinsam mit Unternehmen dann aber auch in der Praxis.

In diesem Jahresbericht zeigen wir neun Beispiele für Projekte oder Forschungsthemen, die für unsere Arbeit an der Schnittstelle von Wissenschaft und Anwendung stehen. Es ist dieses Know-how, mit dem wir Unternehmen dabei unterstützen wollen, Visionen und tragfähige Zukunftsstrategien zu entwickeln, um die Umbrüche in Wirtschaft und Gesellschaft, die sich auch in der Zeit nach der Pandemie weiterhin vollziehen werden, aktiv und im Sinne der Menschen mit zu gestalten und Krisen auch in Zukunft als Chancen nutzen zu können.

Steht auch Ihr Unternehmen oder Ihre Organisation an der Schwelle zur »Neuen Normalität«? Dann sprechen Sie uns an! Teilen Sie uns Ihre Ideen mit und diskutieren Sie mit uns, welche die nächsten Schritte sein können. Und wenn Sie mögen, sind wir Ihr zuverlässiger Wegbegleiter – bis ans Ziel.

 

Viel Freude mit unserem Jahresbericht wünscht Ihnen

die Institutsleitung

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Forschungsbereiche

Das Fraunhofer IAO unterstützt seine Auftraggeber in mehreren Forschungsbereichen:

  • Organisationsentwicklung und Arbeitsgestaltung
  • Dienstleistungs- und Personalmanagement
  • Mensch-Technik-Interaktion
  • Digital Business
  • Cognitive Engineering and Production
  • Stadtsystem-Gestaltung
  • Mobilitäts- und Innovationssysteme
  • Responsible Research and Innovation

 

Netzwerk/ Kooperationen

In enger Zusammenarbeit mit unseren Außenstellen und Netzwerkpartnern bearbeiten wir spezifische Forschungsthemen. Unsere Außenstellen:

  • Center for Responsible Research and Innovation CeRRI, Berlin
  • Fraunhofer Innovation Engineering Center IEC, Bozen (Italien)
  • Außenstelle Garmisch-Partenkirchen
  • Fraunhofer-Anwendungszentrum KEIM, Esslingen
  • LOGWERT – Kompetenzzentrum für Logistik und Wertschöpfung, Heilbronn
  • KODIS – Forschungs- und Innovations­zentrum für Kognitive Dienstleistungs­systeme

 

Kuratorium

Das Kuratorium berät die Institutsleitung in Fragen der fachlichen Ausrichtung und strukturellen Veränderung des Instituts. Ihm gehören Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und dem öffentlichen Leben an. Die Mitglieder werden vom Vorstand der Fraunhofer-Gesellschaft im Einvernehmen mit der Institutsleitung berufen.