Wettbewerbs­faktor Künstliche Intelligenz: wie verändert KI Unternehmen?

Künstliche Intelligenz in der Unternehmenspraxis
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Fraunhofer IAO untersucht Potenziale und den Einsatz Künstlicher Intelligenz in Unternehmen

Wie kommt Künstliche Intelligenz (KI) in der Unternehmenspraxis an? Welche Potenziale versprechen sich Unternehmen davon, welche Auswirkungen erhoffen und fürchten sie und wo werden KI-Technologien schon in der Praxis eingesetzt? Diese und weitere Fragen zu den Potenzialen und Auswirkungen von KI hat das Fraunhofer IAO auf Basis einer Befragung untersucht. Die resultierende Publikation »Künstliche Intelligenz in der Unternehmenspraxis« ist ab sofort kostenlos erhältlich.

»Künstliche Intelligenz« oder kurz KI verändert die Arbeits- und Lebenswelt. In der Politik werden gerne Wettbewerbsvergleiche zwischen den führenden Industrienationen angestellt, in der Forschung neue Initiativen und Projekte gefeiert und in Talkshows bunte Zukunftsszenarien autonom agierender Anwendungen skizziert. Was dabei oft vergessen wird: Künstliche Intelligenz ist kein neues Phänomen, sondern hat bereits Einzug in die Praxis vieler Unternehmen gehalten.

Erfahrungen der Unternehmen mit Künstlicher Intelligenz (n=309)
© Fraunhofer IAO

Erfahrungen der Unternehmen mit Künstlicher Intelligenz (n=309)

Das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO hat in einer aktuellen Studie untersucht, inwieweit KI in Unternehmen in Deutschland bereits eingesetzt wird, welche Auswirkungen von KI auf Organisation, Personal und Führung zu erwarten sind und welche Konzepte und Strategien Unternehmen verfolgen, die bereits KI-Anwendungen implementiert haben. »Wir waren erstaunt, wie viele Unternehmen bereits KI-Anwendungen sehr erfolgreich im Einsatz haben« sagt Studienautor Thomas Meiren und ergänzt: »Die Resonanz der Unternehmen hat gezeigt, dass es sich lohnt, sich einfach zu trauen, Dinge auszuprobieren. Alle der befragten Unternehmen, die KI-Technologien einsetzen, profitieren davon. Oft genügen anfangs auch kleine Lösungen, die große Wirkung entfalten.«

Studie mit Breitenerhebung, Expertenbefragung und Fallbeispielen

Am besten startet man mit einem einfachen Prototyp und geht damit hausieren. Man muss nicht versuchen, eine Globallösung zu finden. Wir sind ein Mittelständler, es ist für uns ganz normal, dass wir nicht alles selber können.«
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Am besten startet man mit einem einfachen Prototyp.

Kernbestandteil der Studie bildet eine schriftliche Befragung, an der sich insgesamt 309 Unternehmen beteiligt haben. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei den 49 Betrieben, die bereits Anwendungen zu Künstlicher Intelligenz im Einsatz haben und in einem gesonderten Fragebogenteil über ihre Praxiserfahrungen berichtet haben. Ergänzt wird die Breitenerhebung durch Interviews mit ausgewählten Expertinnen und Experten aus Wirtschaft und Gesellschaft sowie drei Fallbeispielen aus Unternehmen unterschiedlicher Branchen und Größenordnungen.

Deutsche Unternehmen erhoffen sich Produktivitätssteigerungen von KI

KI ist kein Selbstzweck, sie wird für die Bewältigung der anstehenden Veränderungen einen wesentlichen Erfolgsfaktor darstellen. Allerdings kann die KI nicht alle Heraus forderungen bewältigen.
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KI ist kein Selbstzweck.

Die Studie zeigt, dass das Thema KI eine große Rolle in den Unternehmen spielt: 75 Prozent der befragten Betriebe beschäftigen sich derzeit mit Fragestellungen zu Künstlicher Intelligenz und 16 Prozent haben bereits eine praktische KI-Anwendung im Einsatz. Unternehmen erwarten von KI in erster Linie einen Beitrag zu Produktivitätssteigerung. Hindernisse werden in den Bereichen Datenschutz und Datensicherheit, dem Fehlen maßgeschneiderter Lösungen und den hohen Kosten zur Einführung gesehen. Sämtliche befragten Unternehmen, die bereits über praktische Erfahrungen mit Künstlicher Intelligenz verfügen, bescheinigen ihren jeweiligen Anwendungen einen hohen Nutzen.