Elektromobilität als Baustein für nachhaltige und resiliente Unternehmen

Studie »Elektromobilität in Unternehmen einführen – Praxistipps und Handlungsempfehlungen«
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Fraunhofer IAO veranschaulicht im Projekt »LamA – Laden am Arbeitsplatz« mit Transferveranstaltungen und Leitfaden den Aufbau elektromobiler Infrastruktur

Im Netzwerk für betriebliche Elektromobilität »LamA – Laden am Arbeitsplatz®« unter Federführung des Fraunhofer IAO ist nun der nächste wichtige Schritt erreicht: Der bundesweit erste Schnellladepunkt für Elektrofahrzeuge wurde im Februar 2020 am Fraunhofer-Institutszentrum Stuttgart eingeweiht. Das Fraunhofer IAO untersucht die daraus entstehenden Geschäftsmodelle und deren Mehrwert in seiner neuen Studie.

Mit dem weltweiten Interesse an stärkerem Klimaschutz wie auch den sich verschärfenden Emissionsrichtlinien steigt die Nachfrage an Elektromobilität. Eine Vielzahl deutscher Kommunen ist zum Handeln gezwungen und versucht verstärkt, ihre Stickoxidwerte zu senken. Im Moment ist ein Rückgang des Stickstoffdioxid-Gehalts in der Luft zu verzeichnen. Allerdings ist die derzeit bestehende Infrastruktur für Elektrofahrzeuge nicht ausreichend, um den fortwährend steigenden Ladebedarf zu decken. Dies stellt nicht nur eine große Herausforderung dar, der notwendige Ausbau von Ladeinfrastruktur könnte den entscheidenden Ausschlag für eine weitere positive Entwicklung der Elektromobilität bieten. Im Verbundprojekt »LamA – Laden am Arbeitsplatz®« bündeln sieben Fraunhofer-Institute ihre Kompetenzen und wollen an insgesamt 38 Institutsstandorten Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in signifikantem Umfang errichten. Mit der Einweihung der bundesweit ersten Schnellladesäule dieses Netzwerks im Februar 2020 in Stuttgart, einem der zentralen Leuchturmstandorte des Projekts, wurde nicht nur der nächste Schritt im Projekt, sondern zugleich ein wichtiger Grundstein gelegt.

Den Rahmen für die Einweihung bildete eine Transferveranstaltung des Fraunhofer IAO gemeinsam mit der Stadt Stuttgart, Verbänden und Unternehmen aus der Region. Ähnliche Veranstaltungen, die das Projekt sowie die sich daraus entwickelnden Ergebnisse sichtbar machen sollen, sind bundesweit in Planung. Bis zum Projektabschluss im Herbst 2022 sollen in Summe rund 500 Ladepunkte zur Verfügung stehen. Das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO in Stuttgart koordiniert den Gesamtaufbau, die Integration in die Betriebsabläufe und den operativen Betrieb. Darüber hinaus werden Geschäftsmodelle und deren Mehrwert durch die Integration von Flotten- und Lademanagement für Dienstwagenfuhrparks näher untersucht. »Die aktuelle Krisensituation hebt allen Akteuren klar ins Bewusstsein, dass der Mobilitätssektor und dabei speziell die Automobilindustrie vor enormen Herausforderungen stehen. Innovation ist ein möglicher Lösungsweg aus der ökonomischen Dimension der aktuellen Krise, viele Hersteller haben die entscheidenden Weichen bereits vor der Krise gestellt. In absehbarer Zeit werden insbesondere im Volumensegment der Dienstwagen interessante und wettbewerbsfähige Fahrzeugmodelle verfügbar sein. Ich denke, dass es deshalb für Unternehmen umso wichtiger ist, gerade jetzt in Infrastrukturen für Elektromobilität zu investieren und dabei können wir unterstützen«, erklärt Projektleiter Dr. Daniel Stetter vom Fraunhofer IAO.

Elektromobiltät: Neue Studie als Hilfestellung für Unternehmen

Der Aufbau einer Infrastruktur für Elektromobilität stellt Unternehmen vor eine Vielzahl unterschiedlichster Herausforderungen. Deswegen hat das Fraunhofer IAO in Zusammenarbeit mit der Stadt Heidelberg, den dort ansässigen Stadtwerken und der Metropolregion Rhein-Neckar den Leitfaden »Einführung von Elektromobilität in Unternehmen« veröffentlicht. Dieser enthält Praxistipps und Handlungsempfehlungen, um Elektromobilität von Grund auf zu fördern, aufzubauen und in einen effizienten Betrieb zu überführen.

Stimmen aus der Wirtschaft bestätigen einhellig, dass die Herausforderungen bei der Einführung der Elektromobilität in Unternehmen bereits mit einem großen Informationsdefizit beginnen. Welche Ladeinfrastruktur wird benötigt? Welche Fahrzeuge erfüllen die Anforderungen? Wie muss das System ausgestaltet werden? Die Studie vermittelt einerseits einen Vergleich von aktuell verfügbaren Fahrzeugen mit alternativem Antrieb und beinhaltet andererseits einen Praxisleitfaden, der bei der Planung, Genehmigung, dem Aufbau und Betrieb von Elektro-Ladeinfrastruktur Orientierung gibt. Zudem werden auch Förderinstrumente genannt, die die Einführung von Elektromobilität und die dafür notwendigen Infrastrukturen zusätzlich unterstützen. Mit dem Leitfaden erhalten Unternehmen die nötigen Informationen, ihre Potenziale bezüglich der Einführung von Elektromobilität zu erkennen und in eine abgesicherte Umsetzung der dafür notwendigen Maßnahmen einzusteigen.