Was sind die Zukunftsthemen der Angewandten Forschung?

Publikation »Foresight Fraunhofer«

 

Publikation »Foresight Fraunhofer« beleuchtet 51 Themen der Innovations- und Zukunfts­forschung

Im Auftrag der Fraunhofer-Gesellschaft hat das Fraunhofer IAO zusammen mit anderen Instituten des Fraunhofer-Verbunds Innovationsforschung die wichtigen Zukunftsthemen der Angewandten Forschung identifiziert. In einem Foresight-Prozess wurden technologische und gesellschaftliche Entwicklungen nach ihrem Innovationspotenzial und ihrer Relevanz für die angewandte Forschung analysiert. Einige Spotlight-Themen wie Geoengineering wurden dabei besonders kontrovers diskutiert.

Welche Themen werden Forschung und Gesellschaft in Zukunft prägen? Um Antworten auf diese Frage zu finden, haben Forscherinnen und Forscher des Fraunhofer-Verbunds Innovationsforschung auf Basis eines breit aufgestellten Horizon Scannings zentrale Zukunftsthemen identifiziert und mit einer Potenzialanalyse bewertet. Die sogenannten Spotlights gliedern sich in Themen auf, deren hohe Relevanz bereits heute ersichtlich ist (z.B. Deep Learning – Künstliche Intelligenz, Biodiversität) und jene, die sich zukünftig erst noch dynamisch aus ihren Nischen heraus entwickeln werden (z.B. biohybride Technologien). Gemeinsam ist allen 51 Spotlight-Zukunftsthemen, dass sie hohe Relevanz haben für die angewandte Forschung. Dabei haben einige das Potenzial einen neuen dynamischen Markt zu schaffen oder zu verändern, während andere umfassende gesellschaftliche Auswirkungen haben können und die Marktrelevanz hingegen noch unklar ist.

Ergebnisse im Überblick: Forschungsbereiche, die durch
die Spotlights beeinflusst werden bis 2030.
Qulle: Foresight Fraunhofer

Ergebnisse im Überblick: Forschungsbereiche, die durch die Spotlights beeinflusst werden bis 2030.

Im Projekt wurden viele hochinteressante Themen analysiert, darunter Beispiele wie Artificial Brain, Global Protein Supply oder Transient Materials. Bei einigen der Spotlights herrscht unter den Expertinnen und Experten große Einigkeit bezüglich ihrer Relevanz (z. B. »liquid biopsy«). Andere wurden sehr kontrovers diskutiert, wie etwa der Ansatz im Geoengineering, durch geologische Landschaftsgestaltung das Schmelzen der Gletscher zu verringern um den Auswirkungen des Klimawandels zu begegnen. Auch wenn die wirtschaftliche Relevanz von Geoengineering zunächst nur indirekt ersichtlich ist, sollte laut Aussage der Experten dem Thema dennoch eine besondere Aufmerksamkeit zukommen, da gesellschaftliche Auswirkungen von Technologien ein besonders reflektiertes Handeln in der Forschung erfordern.

Umfassende Fraunhofer-Expertise aus allen 72 Forschungsinstituten

Cornelia Reimoser, Forschungskoordinatorin der Fraunhofer-Gesellschaft, hebt neben dem systematischen, sehr breiten Scanning von Zukunftsthemen eine weitere Besonderheit des Projekts hervor: »Der Fraunhofer-Foresight-Prozess nutzt für seinen systematischen Blick in die Zukunft die umfassende Fraunhofer-Expertise über alle 72 Forschungsinstitute hinweg. Er zeigt Zukunftsthemen für die angewandte Forschung, die entscheidende Auswirkungen auf wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen haben könnten.«

Die jetzt veröffentlichten Ergebnisse auf Deutsch und Englisch läuten die zweite Projektphase ein: Mit dem Ziel, das methodische Vorgehen weiter zu optimieren, werden neue digitale Informationsquellen und Auswertungsmöglichkeiten genutzt und ein Dialog mit den Forscherinnen und Forschern der Fraunhofer-Gesellschaft angestoßen.