Montag, 25.11.2019

Smart Cities durch digitale Beteiligung

Smart Cities durch digitale Beteiligung
© Oliver Cole/Unsplash, Fraunhofer IAO

 

Neue Formate für Kommunikation und Zusammenarbeit mit Bürgern in der Stadtgestaltung

Während die große Mehrzahl der Bürger längst ihren Alltag durchdigitalisiert hat, haben Städte und Kommunen oft Schwierigkeiten damit, digitale Instrumente für eine Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern sowie von lokalen Interessensgruppen zielführend zu nutzen. Dabei bergen digitale Instrumente und Internet-basierte Tools große Potenziale, um Dialoge zu führen, Probleme zu umreißen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Das Symposium stellt innovative Formate vor und fragt, wie sich lokale Demokratie durch Digitalisierung auf die nächste Stufe heben lässt!

Seit ca. zehn Jahren ist unser Kommunikationsverhalten im Alltag zunehmend und ubiquitär durch digitale Technologien definiert. Es sind zum Beispiel Whatsapp, Twitter, Online-News und Soziale Medien wie Facebook oder Instagram, die uns permanent und überallhin begleiten und die Kommunikation zwischen Menschen und Organisationen revolutioniert haben. Mühelos swipen wir zwischen Shopping auf Amazon, Freunden auf Facebook, Business-Partnern auf LinkedIn und Kollegen auf Slack hin und her und lassen Meinungen, Anweisungen, Fragen und Geld genau dort wo sie hinsollen - und das alles, ohne physisch mehr zu bewegen als den rechten Daumen.

Warum aber nutzen wir für die zentralen Institutionen unserer lokalen Demokratie - für die Planung von Städten, die Beteiligung von Bürgern und die politische Entscheidungsfindung - immer noch vorwiegend Instrumente aus den 60er und 70er Jahren des letzten Jahrhunderts? Bürgerwerkstätten, Kommentarverfahren, Town-Hall Meetings etc. sind klassische Instrumente, die gerade so den rechtlichen Anspruch auf Bürgerbeteiligung erfüllen. Ihnen allen ist gemein, dass sie nicht repräsentativ sind - sie locken oft dieselbe Menschengruppe an. Die große Mehrheit sitzt allerdings in der Parallelwelt am Smartphone und bekommt nicht mit, dass eine Meinung abgegeben werden soll.

Der Grund hierfür liegt nicht in der fehlenden Verfügbarkeit von Technologie oder Ideen. Es existieren zahlreiche gute Ansätze, Lösungen, Plattformen und Instrumente, um die digitalen Möglichkeiten für die lokale Basisdemokratie zu nutzen. Es liegt an drei Dingen, die sich nur schwer lösen lassen:

Die Themenschwerpunkte der Veranstaltung auf einen Blick:

  1. Kommunikation: Weder Bürger noch Stadtverwaltungen kennen die Tools und wissen wie und wann man sie nutzt.
  2. Umsetzung: Prozesse zur digitalen Beteiligung bedürfen eines einfachen Prozesses - vor allem aber der Responsivität. Eigene Beiträge müssen verfolgbar sein, auf Resonanz stoßen und Aktion sowie Feedback evozieren.
  3. Bürger müssen einen echten Mehrwert spüren. Der Vorteil von Beteiligung muss spürbar werden.
  4. Wir alle wissen, dass die großen sozialen und ökologischen Krisen unserer Zeit in den Städten gelöst werden müssen. Politische Entscheidungen - auch unbequeme - müssen lokal ganz konkret umgesetzt werden und das in einer demokratischen, von Mitbestimmung geprägten Form. Das Management urbanen Lebens wird damit zur zentralen Herausforderung der Zukunft!

    Bisher war die Smart City allzu oft ein Prozess zwischen Verwaltung und Unternehmen. Eine Stadt ist allerdings erst dann smart, wenn ihre Bürgerinnen und Bürger auch das Gefühl haben, in einer smarten Stadt zu leben - weil sie dabei unterstützt werden, ihren zunehmend digitalisierten Alltag erfolgreich zu bewältigen. Was also müssen wir tun, um aus der Corporate Smart City eine Citizen-driven Smart City zu machen?

    Welche Ansätze sind erfolgversprechend? Wie muss sich Verwaltung verändern? Wo und wie kommuniziert werden? Und wie verändern wir lokale Demokratie, wenn wir Mitbestimmung dort ermöglichen, wo die Menschen sich permanent aufhalten - in den sozialen Medien?

    Das Fraunhofer Morgenstadt-Symposium zur digitalen Beteiligung stellt diese Fragen, sucht Antworten und zeigt die Ausmaße auf.