Dienstleistungs- und Personalmanagement  /  Dienstag, 25.09.2018

Robotik für den Menschen

Mensch-Robotik-Kollaboration in Pflege und Produktion
© koya79, kupicoo – iStock / Fraunhofer IAO

 

Mensch-Robotik-Kollaboration in Pflege und Produktion mitarbeiterzentriert gestalten

Wie Mensch-Robotik-Arbeitsplätze mitarbeiterzentriert gestaltet werden können, stellen die beiden Forschungsprojekte SeRoDi und AQUIAS in ihrer gemeinsamen Abschlusstagung vor. Demonstratoren aus den Bereichen Pflege- und Industrierobotik zeigen, wie das Gestaltungsziel »Robotik für den Menschen« konkret umgesetzt werden kann.

Während im Projekt AQUIAS Mensch-Robotik-Arbeitsplätze für schwerbehinderte Produktions-mitarbeitende in der Montage und Qualitätskontrolle gestaltet wurden, entwickelte das Projekt SeRoDi Serviceroboter zur Unterstützung von Pflegekräften in Krankenhäusern und Altenheimen. In beiden Projekten wurde erreicht, dass nur körperlich und psychisch belastende Aufgaben des Menschen vom Roboter übernommen werden. Alle weiteren Aufgaben verbleiben beim Menschen und sichern so den Erhalt abwechslungsreicher Arbeitsanforderungen sowie den Erhalt der Tätigkeit als solcher.

Teilhabe durch Robotik in der Produktion: Projekt AQUIAS

Um breiten Beschäftigtengruppen die Teilhabe an attraktiver Arbeit in der Mensch-Roboter-Zusammenarbeit zu erschließen, geht das Projekt AQUIAS einen besonderen Weg: Im ersten der beiden Pilotbereiche wird der mobile Produktionsassistent »APAS assistant« der Robert Bosch GmbH in der Integrationsfirma ISAK gGmbH eingesetzt. In diesem Unternehmen arbeiten schwerbehinderte Produktionsmitarbeiter mit sehr individuellen Leistungseinschränkungen in der Montage. Im zweiten Pilotbereich setzt die Robert Bosch GmbH ihren mobilen Produktionsassistenten »APAS assistant« in der eigenen Produktion ein. Hier wird die anspruchsvolle Handhabung und Qualitätsprüfung schwerer Aluminiumblöcke durch den Roboter unterstützt. Zielgruppe sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit und ohne Leistungseinschränkungen. Die Erfahrungen aus dem ersten Pilotbereich der Firma ISAK fließen hier ein.

Servicerobotik zur Unterstützung in der Pflege: Projekt SeRoDi

Im Rahmen des Projekts »Servicerobotik zur Unterstützung bei personenbezogenen Dienstleistungen (SeRoDi)« wird unter Einbeziehung möglichst vieler Akteure an der Erforschung neuer Serviceroboterlösungen gearbeitet, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus dem Pflegebereich Entlastung bieten sollen. Die Entwicklung der technischen Komponenten erfolgt dabei durch das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA, dem Institut für Steuerungstechnik der Werkzeugmaschinen und Fertigungseinrichtungen ISW der Universität Stuttgart und der Firma MLR System GmbH. Mit dem Institut für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement IAT der Universität Stuttgart und dem Institut für Psychologie der Universität Greifswald sind zudem Forschungspartner eingebunden, welche die Themen »Analyse und Gestaltung von Dienstleistungsprozessen« und »Untersuchungen zu Technikakzeptanz und Belastungen« aufgreifen und eine Schnittstelle zwischen Technik und Pflege darstellen. Anwendungspartner sind die Universitätsmedizin Mannheim GmbH und die Altenpflegeheime Mannheim GmbH.

Auf der gemeinsamen Abschlusstagung stellen die beiden Forschungsprojekte SeRoDi und AQUIAS ihre entwickelten Demonstratoren aus den Bereichen Pflege- und Industrierobotik vor und zeigen, wie das Gestaltungsziel »Robotik für den Menschen« konkret umgesetzt werden kann. Außerdem vermitteln Zukunftsszenarien für das Jahr 2030 sowie eine Podiumsdiskussion die Chancen und Herausforderungen, die für den einzelnen Mitarbeitenden, für Unternehmen und für die Gesellschaft in der Mensch-Robotik-Kollaboration liegen.

Die Teilnehmenden haben die Gelegenheit, die in den Projekten entstandenen Demonstratoren zu besichtigen und konkrete Fragen mit den Anwendern und Forschern zu diskutieren.