Mensch und Mobilität  /  09.11.2016

Micro Smart Grid

Micro Smart Grid

 

Innovative Energiesysteme in der Praxis

Wie können Erzeugung und Verbrauch in einem Micro Smart Grid intelligent aufeinander abgestimmt werden? Wie kann man eine Elektrofuhrparkflotte klimafreundlich und sicher mit Strom versorgen? Antworten auf diese Fragen geben die Wissenschaftler und Partner des Forschungsprojekts »charge@work«. Neben wissenschaftlichen Ergebnissen aus der Forscherperspektive berichten Unternehmenspartner von ihren Technologien und Lösungen für Micro Smart Grids.

Die Energiewende erfordert einen grundlegenden Umbau des Energiesystems in Deutschland. Durch das Zusammentreffen von fluktuierender Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien und einer vorwiegend nicht steuerbaren Stromnachfrage wird das heutige Energienetz vor große Herausforderungen gestellt.

Um auch künftig eine klimafreundliche, sichere und effiziente Energieversorgung zu gewährleisten, setzt das Fraunhofer IAO auf eine zunehmende Dezentralisierung des Energiesystems in Form von Micro Smart Grids. Doch wie kann man sich diese Dezentralisierung konkret vorstellen und wie kann dieses Konzept praktisch umgesetzt werden? Antworten zeigen Partner des Projekts »Charge@Work – Elektromobilität am Arbeitsplatz« auf dieser Veranstaltung, die gleichzeitig den Abschluss des Projekts bildet. Neben Praxisvorträgen und neuesten Ergebnissen aus der Forschung geben die Experten in einer Führung durch das Fraunhofer IAO Micro Smart Grid konkrete Einblicke in die entwickelten Lösungsansätze.

Das Projekt »Charge@Work«
Im Projekt »Charge@Work« hat das Fraunhofer IAO gemeinsam mit dem IAT der Universität Stuttgart und der Daimler AG die Anforderungen an die Lade- und Energieinfrastruktur für das Laden von Elektrofahrzeugen am Arbeitsplatz untersucht. Für die Evaluierung der Konzepte wurden an 16 Standorten der Daimler AG über 500 Ladesäulen installiert, um E-Fahrzeuge zu laden. Parallel dazu wurde am Fraunhofer IAO ein Micro Smart Grid aufgebaut, das es ermöglicht, intelligente Lade- und Lastmanagementszenarien praktisch zu erproben.

Das Fraunhofer IAO Micro Smart Grid
Das Fraunhofer IAO Micro Smart Grid verfügt über eine Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge mit über 30 Normalladestationen sowie Europas schnellster Hochleistungsladestation. Der Strom wird mit einer Photovoltaikanlage lokal produziert und kann über einen Lithium-Ionen-Batteriespeicher und den weltweit ersten LOHC-Wasserstoffspeicher neuester Generation flexibel verwendet werden. Alle Komponenten des Fraunhofer IAO Micro Smart Grids werden über einen innovativen Gleichstromzwischenkreis verknüpft und über eigens entwickelte Steuerungssysteme intelligent betrieben.

Im Fokus des Projekts steht die Erforschung verschiedener Betriebsszenarien für das optimale Zusammenspiel von Stromerzeugern, -speichern und –verbrauchern. Infolge einer intelligenten Vernetzung der Komponenten können Lastspitzen geglättet und effiziente Ladevorgänge sichergestellt werden. Weitere Forschungsinhalte betreffen die Entwicklung einer prognosebasierten Anlagenführung anhand von Wettervorhersagen und dynamischen Strompreismodellen. Zusätzlich werden Tools für die optimale Auslegung von Energieanlagen und Micro Smart Grids entwickelt und angewandt.

Das Projekt »Charge@Work« ist Teil des Schaufensters Elektromobilität »LivingLab BWe mobil« und wird durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit BMUB gefördert.