Montag, 25.11.2019 / 10:00 - 17:00 Uhr

Wir, die Stadt

Symposium Wir, die Stadt
© oliver cole - unsplash

Digitale Beteiligungsformate für »Smart Cities« oder: Wie wir nicht länger aneinander vorbeireden

Die Digitalisierung bietet Städten die Chance, sich zur »Smart City« zu entwickeln und das Leben für viele Menschen einfacher und besser zu gestalten. Doch wie können alle Bevölkerungsschichten mit ihren unterschiedlichen Zugängen zu Digitalisierung mitgenommen werden? Das Fraunhofer IAO und Ströer laden dazu ein, im Rahmen des Symposiums digitale Beteiligung mit namenhaften Referierenden zum Thema »Stadtentwicklung« zu diskutieren und stellen innovative Formate dafür vor.

Kommunikation ist in den letzten Jahren dank digitaler Medien immer schneller, dynamischer und vielschichtiger geworden – und vermeintlich einfacher. Vor allem zwischen den Generationen bzw. den verschiedenen Nutzergruppen kommt es durch die Verwendung sehr unterschiedlicher Kommunikationskanäle und -formen immer wieder zu Missverständnissen oder zu gar keiner Verständigung. Menschen, die vorzugsweise digital kommunizieren, fühlen sich vom sogenannten Establishment nicht ernst genommen, umgekehrt fehlt es den »analog« Kommunizierenden an einem für sie adäquaten Sprachrohr. Das Ergebnis sind Disruptionen und Verunsicherung bei allen – auch in den Städten zwischen den Bürgerinnen und Bürgern und in der Verwaltung. Mit einer verunsicherten Gesellschaft wird es jedoch schwieriger, gemeinsam durch eine ungewisse Zukunft zu navigieren, die zunehmend von politischen, wirtschaftlichen und ökologischen Konflikten geprägt zu sein scheint.

Die »Generation Z« ist mit dem Internet aufgewachsen und an überall zugängliche Informationen gewöhnt. Es wird gebrowst, man orientiert sich an »Influencern«. Und auch die eigene Meinung wird schnell publiziert – durchaus auch mal unbedarft. Der Umgang mit Digitalisierung ist oft ein grundlegend anderer als der jener Generation, die das Internet als Werkzeug erst dazugewonnen hat. Sämtliche Generationen und Nutzergruppen sind jedoch Teil einer Stadt und wollen mit ihren Anliegen gehört werden.

Bisher ist die Entwicklung von Städten zur »Smart City« vor allem ein Prozess zwischen öffentlicher Verwaltung und Unternehmen. Eine Stadt ist allerdings erst dann »smart«, wenn die Menschen, die sie bewohnen und besuchen, mit ihr zufrieden sind, wenn sie sich gehört und unterstützt fühlen. Sie funktioniert nicht, wenn die Kommunikation der Bürgerschaft untereinander und mit der Verwaltung oder den ansässigen Unternehmen gestört oder gar nicht erst vorhanden ist. Was also müssen wir tun, um aus einer wirtschaftlich getriebenen Stadt eine von und mit Bürgerinnen und Bürgern gestaltete Stadt zu machen?

Die Referentinnen und Referenten:

  • Kai Uwe Ernst, Reply Cluster
  • Sebastian Gölz, Leiter des Teams für Akzeptanzforschung am Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE
  • Florian Harms, Journalist, ehemals Chefredakteur von Spiegel Online, Redaktionsleiter t-online.de
  • Urmas Klaas, Oberbürgermeister der estnischen Stadt Tartu
  • Henk Kok, Direktor der Beratungsfirma Henk Kok Advice and Management
  • Theresa Lotichius, Abteilungsleiterin für digitale Bürgerbeteiligung der Darmstädter wer denkt was GmbH
  • Heiner Monheim, Professor für Angewandte Geographie der Universität Trier
  • Casimir Ortlieb, Geschäftsführer von e.GO
  • Julian Petrin, Gründer der Planungsplattform Urbanista
  • Alanus von Radecki, Geschäftsführer von Morgenstadt, Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO
  • Jennifer Ann-Marie Sieglar, Moderatorin und Journalistin beim Kinderfernsehen des ZDF und beim hessischen Rundfunk
  • Jan Schneider, Digitalisierungsbeauftragter der Stadt Frankfurt
  • Bernadette Spinnen, Vorstand des BCSD und Leiterin des städtischen Eigenbetriebes Münster Marketing

Die Themenschwerpunkte der Veranstaltung auf einen Blick:

  • Digitalisierung von Beteiligungsverfahren
    Welche Instrumente gibt es und wie kann man sie sinnvoll einsetzen?
  • Integrative Smart City
    Wie können alle Bevölkerungsschichten mit ihren unterschiedlichen Zugängen zu Digitalisierung mitgenommen werden?
  • Potenziale und Herausforderungen digitaler Beteiligung
    Wie verändern wir demokratische Prozesse, wenn wir Mitbestimmung über soziale Medien ermöglichen?

Das Symposium hat das Ziel, eine Austauschplattform für Themen, Menschen und Generationen zu schaffen, die inspiriert, Lösungen aufzeigt und neue Perspektiven auf die eigene Einstellung eröffnen kann.

Wie man mit einem Design-Thinking-Prozess komplexe Probleme kreativ und strukturiert lösen kann, können die Teilnehmenden bei einem Workshop spielerisch ausprobieren. Eine begleitende Ausstellung mit Exponaten zum Thema Stadtentwicklung sowie verschiedene Anwendungsbeispiele veranschaulichen, wie Städte Herausforderungen bereits erfolgreich durch die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern bewältigt haben.