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MEDI@4SEC untersucht Rolle der digitalen Medien im Bereich öffentliche Sicherheit © Christian Müller – Fotolia und Fraunhofer IAO

EU-Projekt MEDI@4SEC untersucht Rolle der digitalen Medien im Bereich öffentliche Sicherheit

Organisationen wie Polizeien, die traditionell für Sicherheit und Stabilität stehen, müssen sich im Zuge des digitalen Wandels umfangreichen Veränderungen und neuen Herausforderungen stellen. Das Fraunhofer IAO entwickelt im EU-Projekt »MEDI@4SEC« Lösungen und Handlungsempfehlungen zum besseren Verständnis für den Umgang mit sozialen Medien im Bereich der öffentlichen Sicherheit.

Es ist kein neues Phänomen, dass Bürgerinnen und Bürger sich für Kriminalfälle interessieren und die Polizei bei der Aufklärung engagiert unterstützen. Neu ist aber, dass solche Aktivitäten vermehrt mit den Möglichkeiten digitaler Technologien kombiniert werden. Die sozialen Medien ermöglichen es jedermann, in einer Weise aktiv zu werden, die bisher typischerweise nur der Polizei oder anderen Organisationen der öffentlichen Sicherheit vorbehalten waren.

Im Rahmen des europäischen Forschungsprojekts »MEDI@4SEC« untersucht das Fraunhofer IAO zusammen mit anderen europäischen Organisationen die Rolle des Phänomens »Do-It-Yourself Policing« in der Zukunft. Eine systematische Analyse zeigt, wie Bürgerinnen und Bürger in ganz unterschiedlicher Weise zu Akteuren der öffentlichen Sicherheit mit neuer Relevanz werden – vor allem dort, wo Sicherheitsbehörden gar nicht oder nur ungenügend präsent sind. »Die Bürgerinnen und Bürger haben digitales Know-how und zeitliche Ressourcen, die der Polizei oft fehlen«, sagt IAO-Wissenschaftler Sebastian Denef, der im Forschungsprojekt das Thema koordiniert.

Do-It-Yourself-Policing ist neue Realität

Spezielle Apps nutzen viele schon heute, um Informationen zu sammeln, auszuwerten und Notfallhilfe gegebenenfalls selbst zu organisieren. So waren beispielsweise private Facebook-Suchen nach gestohlenen Fahrrädern bereits erfolgreich und Wohnungseinbrüche konnten dank WhatsApp-Nachbarschaftsgruppen verhindert werden. Und auch bei der Aufklärung von Terroranschlägen, wie zum Beispiel in Berlin, ermitteln Bürgerinnen und Bürgereigenständig via Social Media. Doch die Bürgeraktivitäten sind nicht immer unproblematisch. Falsche Verdächtigungen, Selbstjustiz oder das unkontrollierte Veröffentlichen von Informationen gefährden die öffentliche Sicherheit und in den schlimmsten Fällen das Leben von Menschen,« so Denef. Aus diesem Grund untersucht das Projektteam insbesondere auch sozialwissenschaftliche und ethische Fragestellungen.

Digitale Möglichkeiten häufig noch ungenutzt

Erste Ergebnisse der Projektanalyse zeigen, dass besonders die niederländische Polizei im internationalen Vergleich eine Vorreiterrolle einnimmt und die Beziehung zwischen Bürgern und Polizei im digitalen Zeitalter neu definiert. »Nirgendwo sonst gehen Polizeien so proaktiv mit digitalen Mitteln auf die Bürger zu und verstehen sie als Co-Creator von Sicherheit«, sagt Denef. In anderen Ländern seien es oft gesetzliche Vorschriften, die die Interaktion verhindern. Darüber hinaus stehen vor allem die bestehende Organisationskultur und das jeweilige Selbstverständnis den digitalen Möglichkeiten entgegen. Fest steht: Organisationen mit Sicherheitsaufgaben müssen zukünftig digitale Werkzeuge als Standardinstrumente stärker integrieren – bisher ist das in vielen Ländern, inklusive Deutschland, noch nicht der Fall.

Das Projekt »MEDI@4SEC« wird sich in den kommenden zwei Jahren diesen Herausforderungen annehmen und den Dialog mit unterschiedlichen Stakeholder fördern. Aktuelle Ergebnisse werden auf der Projektseite veröffentlicht sowie in den sozialen Medien auf LinkedIn und Twitter unter @media4sec. Interessierte können hier die Herausforderungen und Chancen der digitalen Medien für das Themenfeld öffentliche Sicherheit diskutieren.

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