Mehr Tranzparenz bei Engineering-IT

PLM Openness
Foto: © Alex - Fotolia / ProSTEP iViP e.V.

 

Zertifizierung nach Code of PLM Openness bewertet Offenheit von IT-Systemen

Offenheit in der Verknüpfung von IT-Lösungen wird durch die Digitalisierung immer wichtiger. Der Code of PLM Openness (CPO), entwickelt vom ProSTEP iViP Verein, liefert dafür einen konkreten Ansatz. Das Fraunhofer IAO hat nun eine Zertifizierung für Unternehmen entwickelt, mit deren Hilfe die Kriterien des CPO wirksam eingehalten werden können.

Die Industrie 4.0 fordert eine verstärkte Kollaboration zwischen verschiedenen Tools und Systemen. Nur wenn IT-Dienstleister zusätzlich zu ihren herstellerspezifischen Schnittstellen und Standards offene und unabhängige Schnittstellen unterstützen, wird eine Kommunikation zwischen den verschiedenen Systemen möglich. Andernfalls sind Datenverluste und Inkompatibilität die Folge. Der Code of PLM Openness (CPO) ist eine Initiative des ProSTEP iViP e.V. mit dem Ziel, ein einheitliches Verständnis über IT-Systeme im Bereich Product Lifecycle Management (PLM) zu etablieren. Der CPO definiert Kriterien für die Offenheit von IT-Lösungen, die im PLM eingesetzt werden. Dazu gehören neben der Interoperabilität für eine effiziente Kommunikation die Infrastruktur und funktionale Erweiterbarkeit. Außerdem werden Schnittstellen und Standards für Datenformate definiert und Transparenz in der Architektur gefordert.

Unabhängige Bewertung schafft Vertrauen und Zuverlässigkeit

Seit der Veröffentlichung des CPO durch den ProSTEP iViP haben sich 77 Unternehmen branchen- und länderübergreifend zum CPO bekannt. Dessen Anwendung ist jedoch abhängig von der jeweiligen Unternehmensstrategie. Damit wird es für IT-Kunden schwierig, die verschiedenen Systeme nach unabhängigen Kriterien hinsichtlich ihrer Offenheit zu bewerten. Das Fraunhofer IAO hat daher ein Zertifizierungshandbuch entwickelt, das eine Grundlage für eine unabhängige Aussage über die Erfüllung der CPO-Kriterien ermöglicht. Das Handbuch zur CPO-Zertifizierung ist ein unternehmensunabhängiges Mittel für die Transparenz in Sachen Offenheit. Es steht ab sofort allen interessierten Organisationen zur Verfügung.

Vorstellung des Zertifizierungshandbuchs und erster Ergebnisse

Die Ergebnisse der ersten Zertifizierung werden auf dem ProSTEP iViP Symposium am 17. Mai 2017 in Essen präsentiert. Neben der Vorstellung des Zertifizierungsansatzes werden auch Pilotanwender aus dem IT-Bereich über ihre Erfahrungen mit dem Zertifizierungsansatz und dem Zertifizierungsvorgehen berichten.

Das Gesamtvorhaben wird durch den Vorstand des ProSTEP iViP e.V. beauftragt und betreut. Die Initiative steht unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi).