Morgenstadt Werkstatt: das Innovations-Festival für digitale Zukunftskommunen in Baden-Württemberg

Fraunhofer IAO und Digitalakademie@bw laden dazu ein, gemeinsam Lösungen für die Stadt von morgen zu gestalten

Wie sieht die lebenswerte Stadt von morgen aus? Welche digitalen Technologien und Strategien machen den Weg dorthin frei? Am 5. und 6. März 2020 werden im futuristischen »Zentrum für Virtuelles Engineering ZVE« am Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO in Stuttgart etablierte Prozesse und scheinbare Selbstverständlichkeiten in Frage gestellt, an Zukunftsvisionen gearbeitet und in co-kreativen Formaten Lösungsansätze generiert sowie bereits bewährte Anwendungen für die Städte von morgen vorgestellt. Mitveranstalter und Impulsgeber der Morgenstadt Werkstatt 2020 ist wiederum die Digitalakademie@bw, die 2018 aus der Digitalisierungsstrategie des Landes Baden-Württemberg heraus entstanden ist. Erwartet werden bis zu 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus mehr als hundert Kommunen und Landkreisen des Landes.

Die Morgenstadt Werkstatt des Fraunhofer IAO hat sich in den letzten Jahren zu einer zentralen Anlaufstelle für alle Akteure im Land entwickelt, die sich für die digitale Zukunftskommune interessieren und engagieren. Sie bietet zum einen eine Plattform zum Austausch und Kreativ-Brainstorming für Kommunen, Unternehmen und Forschung im Hinblick auf relevante Stadtthemen. Zum anderen zielt sie aber auch darauf ab, den digitalen Wandel in Städten, Landkreisen und Regionen innerhalb Baden-Württembergs zu unterstützen sowie das Bundesland als digitale Leitregion in Deutschland und Europa zu etablieren.

»Baden-Württemberg soll zur digitalen Leitregion Europas werden und unsere Gemeinden, Städte und Landkreise leisten dazu einen ganz entscheidenden Beitrag: Sie sind ein wichtiges Testfeld für Innovationen und tragen wesentlich zur Attraktivität unseres Wirtschaftsstandorts bei. Nicht zuletzt sind sie der Ort, an dem die Bürgerinnen und Bürger leben und arbeiten. Dort können die Menschen die Chancen der Digitalisierung wirklich hautnah erleben – und mitgestalten«, sagte der Stv. Ministerpräsident und Digitalisierungsminister Thomas Strobl. »Und die baden-württembergischen Kommunen krempeln die Ärmel hoch und packen die Digitalisierung beherzt an! Wichtige Plattformen zum Austausch sind dabei die Morgenstadt Werkstatt und die Digitalakademie@bw. Als Land unterstützen wir die Kommunen auf ihrem Weg zu Smart Cities und schaffen mit dem Breitbandausbau eine wesentliche Voraussetzung für digitale Anwendungen. Bis 2021 investieren wir allein mehr als eine Milliarde Euro in gigabitfähige Netze.«

Leitthema Digitalisierung: Gemeinsam Lösungen finden

Ein Thema, dass die Entwicklung der Städte in Baden-Württemberg maßgeblich prägt, ist die Digitalisierung. Deshalb dreht sich bei der Morgenstadt Werkstatt 2020 alles rund um den digitalen Wandel und seine Auswirkungen auf die öffentliche Verwaltung sowie auf das Leben in Stadt und Land. Schwerpunktthemen sind dieses Mal die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung, Digitales Planen und Bauen, Smart City, Gamification sowie nachhaltige Mobilität. Für Steffen Braun, Leiter der Geschäftsstelle der Digitalakademie@bw und Institutsdirektor am Fraunhofer IAO, ist klar: »Veränderung in der digitalen Stadt und Verwaltung muss Spaß machen und sollte keine Berührungsängste hervorrufen, dafür entwickeln wir auch neue Formate für bessere Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft.«

Interaktive Formate regen zum Austausch an

Im Rahmen verschiedener interaktiver Veranstaltungsformate haben Vertreterinnen und Vertreter von Kommunen und Landkreisen, Start-ups, Unternehmen, Bürgerinnen und Bürger sowie Studierende die Möglichkeit, sich gegenseitig auszutauschen und an konkreten Lösungen zu tüfteln. Die Teilnehmenden können sich ihre Agenda individuell zusammenstellen und ganz nach ihren persönlichen Interessensgebieten gestalten.

Dabei können sie aus verschiedenen interaktiven Veranstaltungsformaten auswählen. Die Keynotes von Vorreiterstädten bieten den Teilnehmenden die Möglichkeit, Erfahrungswerte zu teilen und neue Impulse mitzunehmen. In Produkt- und Projektpräsentationen präsentieren Kommunen und Unternehmen Erkenntnisse aus aktuellen Projekten sowie innovative Lösungen. In zahlreichen Workshops und Kreativ-Formaten gibt es dann die Möglichkeit, eigene Ideen und Impulse mit einzubringen. Ein Speed Dating gibt Gelegenheit, sich kurz und gezielt mit anderen Teilnehmenden auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. Der Science Slam zeigt Digitalisierungsthemen mal aus einer ganz anderen Perspektive. Verschiedene Prototyping-Formate ermöglichen es, in kurzer Zeit ganz konkrete Lösungen umzusetzen, wie z.B. eine App programmieren oder ein Konzept entwickeln. Ein besonderes Highlight ist die »Civil City Challenge 2.0«: hier können die Teilnehmenden ihre Ideen in einer fiktiven urbanen Welt ausprobieren. Dabei werden der Planungsprozess, sowie die Organisationsstruktur einer Kommune simuliert. Eine spielerische Auseinandersetzung mit aktuellen städtischen Herausforderungen bieten Serious-Gaming-Angebote.

Der erste City Science Slam bildet den Schlusspunkt der zweitägigen Veranstaltung und wird kuratiert von der digitalakademie@bw und den Studierenden der Meisterklasse, die ihre Masterarbeiten im Slam-Format präsentieren. Die Slammerinnen und Slammer tragen auf kurzweilige Weise vor, warum kommunale Digitalisierungsstrategien so umfangreich sind, wie wir in der Zukunft unsere Waren vom Laden nach Hause bekommen, wie wir künftig mit Künstlicher Intelligenz kommunizieren und wie das Wohnen und Zusammenleben in der Stadt im Jahr 2036 aussehen könnte.