Wege in die smarte Service-Welt

Transferinitiative »Dienstleistungsinnovation und Digitalisierung«
Foto: Ludmilla Parsyak © Fraunhofer IAO

Übergabe des Bewilligungsbescheids durch Ministerialdirektor Michael Kleiner (rechts) an Walter Ganz (links).

Transfer­initiative »Dienstleistungs­innovation und Digitalisierung« gestartet

Das baden-württembergische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau fördert die Transferinitiative »Dienstleistungsinnovation und Digitalisierung«. Im Rahmen eines Besuchs am Fraunhofer IAO hat Ministerialdirektor Michael Kleiner den Bewilligungsbescheid an Institutsdirektor Walter Ganz übergeben.

Wie können kleine und mittlere Unternehmen von aktuellen Forschungsergebnissen profitieren? In vielen Forschungsbereichen liegen oft exzellente Ergebnisse vor, doch fließen sie häufig nicht in die Praxis der Unternehmen ein. Auf Seiten der Wissenschaft mangelt es an Praxisnähe und Vermarktungskompetenz, auf Unternehmensseite an Zeit- und Ressourcenmangel. Darüber hinaus bestehen gerade bei kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) oftmals Vorbehalte, den Kontakt zu wissenschaftlichen Einrichtungen aufzunehmen.

Wissenstransfer für den Mittelstand

In Baden-Württemberg hat man diese Herausforderungen frühzeitig erkannt. Bereits 2009 startete eine Transferinitiative, um Ergebnisse aus dem Bereich Dienstleistungsforschung praxisnah aufzubereiten und an Unternehmen zu vermitteln. Dabei wurden mit Service Engineering und Dienstleistungsproduktivität zwei hochrelevante Themenfelder aufgegriffen. Die erfolgreichen Aktivitäten sollen nun mit dem neuen Transferprojekt »Dienstleistungsinnovation und Digitalisierung« fortgeführt und durch das vielschichtige Thema der digitalen Transformation ergänzt werden. Die Transferinitiative wird vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO und dem Institut für Technik der Betriebsführung im Deutschen Handwerksinstitut durchgeführt. Zentrale Inhalte sind die Entwicklung und Gestaltung von »Smart Services«, neue Geschäftsprozesse und -modelle für digital unterstützte Dienstleistungen sowie veränderte Wertschöpfung durch Serviceplattformen. Die entsprechenden Transfermaßnahmen sollen rasch und möglichst flächendeckend für kleine und mittelständische Unternehmen in Industrie, Handwerk und Dienstleistungswirtschaft umgesetzt werden.

»Eine aktuelle Studie zum Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg zeigt, dass unsere kleinen und mittleren Dienstleister weniger innovativ sind als unsere Industrie und mitunter auch ihre Produktivität geringer ist. Das Wirtschaftsministerium unterstützt deshalb mit der Initiative den Wissenstransfer in den Mittelstand, um bei Dienstleistungsinnovationen noch besser zu werden«, hob Kleiner bei seinem Besuch am Fraunhofer IAO hervor. Baden-Württemberg habe die besten Voraussetzungen, um die Herausforderungen der Digitalisierung auch im Dienstleistungsbereich zu meistern und gewinnbringend zu nutzen. Für die Modernisierung des Dienstleistungssektors sei das Land durch den stetigen Input und die neuen Impulse der Forschungs- und Transferlandschaft gut aufgestellt. »Unser Land bewegt sich in der Top-Liga der Dienstleistungsforschungs- und Transferszene. Wir müssen dafür sorgen, dass das auch so bleibt«, so Kleiner.

In drei Schritten zum Erfolg

Mit Unterstützung der Industrie- und Handelskammern, der Handwerkskammern und von Verbänden wie dem RKW Baden-Württemberg, dem Rationalisierungs- und Innovationszentrum der Deutschen Wirtschaft, werden die Transferinstrumente in Pilotbetrieben erprobt. In einem zweiten Schritt werden landesweit Multiplikatoren für die Dienstleistungsberatung der KMU qualifiziert, damit diese ihr Wissen an die Unternehmen weitergeben. Im dritten Schritt findet ein intensiver Erfahrungsaustausch bei Unternehmerabenden statt. Im Rahmen bisheriger Transferinitiativen im Dienstleistungsbereich wurden bereits mehr als 140 Multiplikatoren als Dienstleistungsberater qualifiziert und mit dem Wissenstransfer fast 1.000 Unternehmen erreicht.