ARENA2036: Flexible Fabrik für das Auto der Zukunft

Forschungscampus ARENA2036
Quelle: ARENA2036, Max Kovalenko

»überMORGEN«-Veranstaltung von ARENA2036: EU-Kommissar Günther H. Oettinger, Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg Winfried Kretschmann, Wissenschaftsministerin des Landes Baden-Württemberg Theresia Bauer, Staatssekretär im Bundesforschungsministerium Dr. Georg Schütte, Rektor der Universität Stuttgart Prof. Wolfram Ressel, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG und Leiter Mercedes-Benz Cars Dr. Dieter Zetsche sowie Markus Schäfer, Mitglied des Bereichsvorstands Mercedes-Benz Cars Produktion und Supply Chain, und Schirmherr der ARENA2036 mit Festgästen.

Forschungs­campus erforscht die Bereiche Mobilität, Produktion, Arbeit und Digitalisierung

Der Forschungscampus ARENA2036 hat sich im Kontext der Digitalisierung in der Automobilindustrie zu einem Leuchtturm für die Themen Produktion und Arbeit sowie Mobilität der Zukunft entwickelt. Rund ein Jahr nach Bezug des modernen Gebäudekomplexes und gut fünf Jahre nach ihrer Gründung präsentiert ARENA2036 auf der zweitägigen Veranstaltung »überMORGEN« am 22. Februar 2018 die bisher erzielten Ergebnisse und Visionen.

ARENA2036 ist der weltweit größte und führende Forschungscampus zur wandlungsfähigen Produktion inklusive funktionsintegriertem Leichtbau. Auf Einladung von Prof. Wolfram Ressel, Rektor der Universität Stuttgart, und Markus Schäfer, Mitglied des Bereichsvorstands Mercedes-Benz Cars, Produktion und Supply Chain, diskutieren Politiker, Vertreter der Automobilindustrie und der Wissenschaft mit Experten verschiedener Disziplinen auf der Veranstaltung »überMORGEN« am 22. Februar 2018 über die Produktion und Mobilität der Zukunft. Dazu gehören unter anderem Günther H. Oettinger, EU-Kommissar Haushalt und Personal, Winfried Kretschmann, Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, Dr. Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG und Leiter Mercedes-Benz Cars, Dr. Michael Bolle, Leiter der Forschung und Vorausentwicklung der Robert Bosch GmbH, und Bernd Becker, Chief Technology Strategist des Automobilzulieferers FARO. Peter Froeschle, Geschäftsführer von ARENA2036, führte die Gäste schließlich in die Zukunft – dargestellt in den vier Themeninseln Produktion2036, Arbeit2036 und Mobilität2036 mit der Digitalisierung2036 als Querschnittsthema. Diese sind miteinander verknüpft und haben projektbezogene Schnittpunkte. Der Austausch von Projektergebnissen und die Interaktion führen innerhalb der einzelnen Forschungsbereiche zur Entwicklung neuer Konzepte, Technologien und Folgeprojekte. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die Erforschung und Entwicklung moderner Industrie 4.0-Anwendungen und intuitiver Technologien, die den Menschen in den Mittelpunkt stellen. Am zweiten Tag, dem 23. Februar, ist die Ausstellung in der Forschungsfabrik für die Öffentlichkeit geöffnet.

Wandlungsfähige Produktionssysteme als Ziel

Die Stuttgarter Fraunhofer-Institute IAO und IPA engagieren sich in der ARENA2036 in ihren jeweiligen Kerndisziplinen: Das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO im Bereich der Arbeitsorganisation, das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA in der Produktionstechnik. In der »ForschFab« Forschungsfabrik führt das Fraunhofer IPA Forschungs- und Entwicklungsarbeiten aus den Bereichen Konstruktion und Materialien sowie Simulation und digitaler Prototyp zusammen und erarbeitet die Grundlagen für ein radikal neues, ganzheitliches Produktionskonzept. Mit greifbaren Demonstratoren, Angeboten zur Kompetenzentwicklung und Weiterbildung sowie einer Plattform für den wissenschaftlichen Austausch bietet das Fraunhofer IAO produzierenden Unternehmen und deren Mitarbeitenden eine Anlaufstelle für die Produktionsarbeit der Zukunft. Im »Future Work Lab – Innovationslabor für Arbeit, Mensch und Technik«, das von beiden Instituten in der ARENA2036 aufgebaut wurde, können Unternehmen die Zukunft der Arbeit direkt erleben. »Die Mitarbeit ist deshalb faszinierend, weil wir als Wissenschaftler gemeinsam mit Unternehmen aus der Region an zukünftigen Produktionsmitteln arbeiten. Es entsteht eine unglaubliche Ideenschmiede. Zudem bietet die Forschungsfabrik eine einzigartige Infrastruktur, von denen alle Partner profitieren«, weiß Prof. Thomas Bauernhansl, Institutsleiter des Fraunhofer IPA. »Das Future Work Lab versteht sich als Ideengeber, wie die Arbeit der Zukunft in Unternehmen aussehen kann«, fasst der Institutsleiter des Fraunhofer IAO, Prof. Wilhelm Bauer, zusammen. »Dazu sprechen wir gezielt Mitarbeitende und Führungskräfte von Unternehmen, aber auch Verbände, Gewerkschaften, Politik und Forschung an«, erläutert Bauer.

Große Bedeutung für Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Deutschland

In der ARENA2036 vereinen 31 Partner unter einem Dach auf dem Campus Vaihingen der Universität Stuttgart wissenschaftliche Grundlagenforschung mit industrieller Anwendung. Auf einer Fläche von 10.000 qm2 arbeiten sie an vorwettbewerblichen Lösungen, die jeder Partner für eigene Anwendungen weiter nutzen kann. Das Zusammenspiel unterschiedlichster Disziplinen und Kompetenzen schafft Freiraum für innovative Ideen. ARENA2036 wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Programms »Forschungscampus – öffentlich-private Partnerschaft für Innovationen« gefördert. Das BMBF unterstützt den Forschungscampus, der von einer unabhängigen Jury ausgewählt wurde, mit bis zu zwei Millionen Euro jährlich über einen Zeitraum von bis zu 15 Jahren.

Gegründet wurde ARENA2036 bereits im Jahr 2013 gemeinsam mit sieben Gründungsmitgliedern: die Universität Stuttgart, das Deutsche Institut für Textil- und Faserforschung Denkendorf, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt, die Fraunhofer-Gesellschaft, die Daimler AG, die BASF SE sowie die Robert Bosch GmbH. Inzwischen ist die Zahl der Partner auf 31 angestiegen – vom Zulieferer über IT-Dienstleister bis hin zum Automobilhersteller und verschiedenen Forschungseinrichtungen. Unter dem Dach von ARENA2036 arbeiten Wissenschaft und Wirtschaft Hand in Hand und inspirieren einander gegenseitig. Entsprechend dem Motto »Industry on Campus« heißt es für die Partner von ARENA2036 »join.create.move.«.