Sieger im Ideenwett­bewerb Elektromobilität gekürt

Fraunhofer IAO prämierte vier Gewinner im Wettbewerb zu Elektromobilität
Foto: Ludmilla Parsyak © Fraunhofer IAO

v. l. n. r.: Benedikt Scheppach, Jonas Stummer, Anton Achatz (E-WALD), Walter Ganz (Fraunhofer IAO), Martin Hovekamp (Hewlett Packard Enterprise), Christophe Fondrier (highQ), Dr. Andreas Helferich (highQ), Thomas Hinterkopf (Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart)

Fraunhofer IAO prämierte vier Gewinner im Wettbewerb zu Elektromobilität

Im Rahmen des Forschungsprojekts DELFIN (Dienstleistungen für Elektromobilität – Förderung von Innovation und Nutzerorientierung) initiierte das Fraunhofer IAO einen Ideenwettbewerb, der besondere innovative Dienstleistungen im Bereich Elektromobilität prämierte. Die Gewinner wurden am 19. Februar 2018 ausgezeichnet und erhielten jeweils 1500 Euro Preisgeld.

In der Kategorie »Innovation« wurden zwei Einreichungen prämiert: Die E-WALD GmbH aus dem niederbayerischen Teisnach entwickelte unter Beteiligung von Prof. Dr. Andreas Berl von der Technischen Hochschule Deggendorf eine optimierte Reichweitenberechnung mit geographischer Polygonanzeige. Sie ermöglicht es, die Reichweite von Elektroautos präzise und benutzerfreundlich anzuzeigen. Innovativ an dieser Lösung ist, dass die Reichweite aus bestehenden Fahrdaten anstatt aus Norm- oder Vergangenheitswerten und außerdem topographie- und temperaturabhängig errechnet wird. highQ entwickelte zusammen mit den Anwendungspartnern Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart, Stuttgarter Straßenbahnen AG und Landeshauptstadt Stuttgart ein zentrales Kartenmanagement für unterschiedliche Dienstleistungen. Sie bieten damit eine Lösung für durchgängige Serviceprozesse bei Systemen und Plattformen, die den Zugang zu verschiedenen Mobilitätsdienstleistungen unterschiedlicher Partner ermöglichen, um Elektromobilität für Nutzer einfach erfahrbar zu machen. Ein Beispiel für die erfolgreiche Umsetzung ist die polygoCard in Stuttgart.

Ebenfalls zwei Gewinner wurden in der Kategorie »Idee« ausgezeichnet: Die Studierenden Benedikt Scheppach, Jan Manneschmidt und Jonas Stummer von der Universität Stuttgart überzeugten die Jury mit ihrem Ansatz, private Lademöglichkeiten für Elektrofahrzeuge über eine Internetplattform zu vermitteln, um die Verfügbarkeit von Lademöglichkeiten in urbanen als auch ländlichen Gebieten zu erhöhen. Als innovatives Element adressieren sie die Vernetzung von Elektrofahrzeugbesitzern und Energieversorgern. Der Informatiker Martin Hovekamp aus Aidlingen in Baden-Württemberg arbeitet am Aufbau einer integrierten IT-Service-Infrastruktur zur effizienten gemeinsamen Nutzung von Elektromobilitätsangeboten mit dem Titel »eMIT – eMobility Information Technology«. Er hatte die Idee bereits Anfang der 1990er Jahre als einfache analoge Version erfolgreich als »MIT-Fahrprojekt« bei Hewlett-Packard in Böblingen mitentwickelt und betrieben. Eine offene IT-Service-Infrastruktur in größerem Rahmen soll nun eine tiefe Integration beteiligter Anbieter erlauben und eine kostengünstige Elektromobilität garantieren.

Innovationen mit ausgeprägtem Mehrwert für Kunden

Die Bewertung der eingehenden Bewerbungen erfolgte durch eine unabhängige Jury. In der Kategorie »Idee« wurden die besten Ideen für Dienstleistungen im Bereich Elektromobilität ausgezeichnet und in der Kategorie »Innovation« die besten bereits umgesetzten Dienstleistungen. Die Bewerbungen wurden nach den folgenden Kriterien bewertet: Kundennutzen, Innovation, Umsetzung und Systemansatz. Damit wurde sichergestellt, dass die Idee bzw. Innovation einen ausgeprägten Mehrwert für Kunden bietet und sich die Dienstleistung in besonderem Maße von bereits bestehenden Lösungen abhebt. In die Bewertung ging außerdem ein, inwiefern die Dienstleistungsidee bzw. -innovation dazu geeignet ist, der weiteren Verbreitung von Elektromobilität in Deutschland positive Impulse zu geben. Die Preisverleihung fand am 19. Februar 2018 im Zentrum für Virtuelles Engineering ZVE des Fraunhofer IAO in Stuttgart statt. Die Überreichung der Preise und Urkunden übernahm Institutsdirektor Walter Ganz: »Dienstleistungen übernehmen eine wichtige Brückenfunktion, um Elektromobilität auf die Straße zu bringen. Gute Ideen sind dabei ebenso wichtig wie deren Umsetzung – nach dem Motto: von der Invention zur Innovation.«

Weitere Informationen

 

Projekt

DELFIN – Dienstleistungen für Elektromobilität

Ausschreibung zum Ideenwettbewerb: