Urbane Logistik der Zukunft

Urbane Logistik der Zukunft
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Forschungs­projekt zum urbanen Wirtschafts­verkehr gestartet

Verstopfte Straßen durch Kleinlaster, die in zweiter Reihe parken? Lärm und Gestank von LKWs in der Stadt? Für derartige Herausforderungen des Güterverkehrs entwickelt das Fraunhofer IAO im Projekt »Anforderungen und Chancen für Wirtschaftsverkehre in der Stadt mit automatisiert fahrenden E-Fahrzeugen (Fokus Deutschland)« zukunftsweisende Konzepte an der Schnittstelle Stadt-Logistikwirtschaft.

Der urbane Wirtschaftsverkehr ist ein funktionaler Bestandteil von Städten, der dafür sorgt, dass Bürgerinnen und Bürger einkaufen können, Handelsunternehmen mit Waren versorgt werden, urbane Produktion stattfindet und Abfall entsorgt wird. Derartige Güterströme erzeugen innerstädtischen Verkehr und sichern gleichzeitig die Versorgung der Bevölkerung. Allerdings steht einer funktionierenden innerstädtischen Logistik das wachsende Bewusstsein der Bevölkerung für nachhaltiges Wirtschaften und Umweltverträglichkeit gegenüber. Nicht nur diese Diskussion rund um Lärm- und Schadstoffbelastungen, sondern auch der weiter wachsende innerstädtische Verkehr erhöhen den Handlungsdruck auf die öffentlichen Akteure und erfordern dringend Lösungen für den zukünftigen urbanen Wirtschaftsverkehr.

Entwicklung von Zukunftsbildern für den urbanen Wirtschaftsverkehr

Vor diesem Hintergrund erarbeitet das Fraunhofer IAO in Kooperation mit der Hochschule Heilbronn zukunftsweisende Konzepte für urbane Logistik anhand der drei Beispielstädte Leipzig, Mannheim und München. Die Zukunftsbilder greifen zum einen allgemeine Trends der Logistikwirtschaft auf und beziehen zum anderen spezifische stadträumliche Fragestellungen mit ein. Ziel des Projekts ist es, Szenarien zu entwickeln, wie der urbane Wirtschaftsverkehr in Zukunft aussehen kann und zu ermitteln, welche Heraus- und Anforderungen daraus jeweils für Städte entstehen. Dabei untersucht das Forscherteam insbesondere, welche Anforderungen und Chancen die Prozesse der Automatisierung und Elektrifizierung für den innerstädtischen Wirtschaftsverkehr mit sich bringen.

Einbezug von regionalen Stakeholdern in den Erarbeitungsprozess

Das erste Arbeitspaket des Projekts ist eine Status-Quo-Analyse des Wirtschaftsverkehrs in den drei Beispielstädten. Neben sich überschneidenden Themen wie steigenden Kundenanforderungen und Sicherstellung der urbanen Versorgung existieren stadtspezifische Probleme, die beispielsweise Pendlerströme, Flächenverfügbarkeit oder Baustellenregelungen betreffen. Der Einfluss dieser städtischen Spezifika auf die Entwicklung des Wirtschaftsverkehrs – in Kombination mit den allgemeinen Trends der Branche – wird in je einem zweistufigen Workshop-Prozess in den Beispielstädten analysiert. Die erste Workshop-Phase dient dazu, städtische Besonderheiten hervorzuheben und Projektionen zu den Trends der Branche zu erarbeiten. Aus den Ergebnissen der ersten Workshops leiten sich stadtspezifische Szenarien ab, die in der zweiten Workshop-Phase mit den Beteiligten vor Ort diskutiert und überarbeitet werden. In den gesamten Erarbeitungsprozess sind sowohl Vertreter der öffentlichen Hand, Akteure der Logistikwirtschaft, Betroffene aus Handel und Industrie sowie Beteiligte aus der Bürgerschaft einbezogen. Die Workshops finden zwischen Dezember 2017 und April 2018 statt und erfolgen im Auftrag der Forschungsvereinigung Automobiltechnik (FAT) im Verband der Automobilindustrie e. V. (VDA).

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