Wissenschaftsjahr 2014: Die digitale Gesellschaft

Wissenschaftsjahr 2014 »Die digitale Gesellschaft«
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Wissenschaftsjahr 2014: Die digitale Gesellschaft

Digitale Technologien durchdringen unseren Alltag längst, egal ob im Arbeitsumfeld oder im Privatleben. Doch wie gut beherrschen wir neue Technologien, um diese nutzbringend für uns einzusetzen? Wie steuern wir unsere digitale Identität im Netz und verbreiten die damit verbundenen Informationen verantwortungsvoll? Wie können wir Maschinen in der Fabrik miteinander vernetzen, sodass sie den Menschen in seiner Arbeit unterstützen? Wie können wir das immer umfangreichere, immer schneller verfügbare Wissen gezielt für uns nutzen?

Im Wissenschaftsjahr 2014 »Die digitale Gesellschaft« stellen wir Ihnen in den drei Handlungsfeldern »Digitales Miteinander – Die digitale Wirtschaft – Das digitale Wissen« eine Auswahl an Projekten vor.



Lesen Sie zum Einstieg ins Wissenschaftsjahr 2014 das Interview mit Prof. Wilhelm Bauer, Institutsleiter des Fraunhofer IAO. Er stellt er das aktuelle Forschungsprojekt "Office 21" vor und erklärt, welche Vor- und Nachteile flexiblere Arbeitsmodelle mit sich bringen.

Digitalisierte Arbeitswelt

Interview mit Prof. Dr.-Ing. Bauer, Fraunhofer IAO

Digitales Miteinander

Cloud-Technologien, Smartphones und mobile Anwendungen bieten die Möglichkeit, sich praktisch immer und überall zu vernetzen. LED-Displays und virtuelle Techniken entwickeln sich rasant und gehen indessen so weit, dass es möglich ist, unsere Selbstwahrnehmung zu ändern. Das Fraunhofer IAO beschäftigt sich in verschiedenen Projekten mit vertrauenswürdigen Identitäten für die Cloud, mit der Frage, wie wir die Kontrolle über die eigene Identität im Internet behalten und wie wir von virtuellen Umgebungen profitieren können.

Doch meist hat der Nutzer keinerlei Einfluss darauf, welche seiner Daten für wen einsehbar sind. Hier setzt das EU-Projekt »digital.me« an: Seit 2010 entwickeln Forscher ein Netzwerk, bei dem der Nutzer seine Daten vollständig kontrollieren kann, z.B. indem keine externen Server genutzt werden. Das gesamte Projekt ist open source, so können sich auch weitere unabhängige Entwickler an »di.me« beteiligen.

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FutureID bringt elektronische Identität voran

Elektronische Identitäten sollen Behördengänge, Online-Einkauf und B2B-Kontakte sicherer und einfacher machen. Beim Gros der Onlineaktivitäten von Bürgern und Firmen bleibt die Identifizierung mittels eID aber noch aus.

Ein Grund dafür sind inkompatible nationale Funktionen bei elektronischen Ausweisen und Bürgerkarten und anbieterspezifische eID-Insellösungen. Nun wird ein europaweit einheitlicher eID-Client entwickelt, der den parallelen Einsatz unterschiedlicher Identifikationssysteme für Bürger, Internethändler und Service Provider ermöglichen soll. Koordiniert vom Fraunhofer IAO beschäftigen sich Partner aus elf europäischen Ländern mit dieser Aufgabe.

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Veranstaltungen: Open Identity Summit 2014 vom 4. bis 6. November

Die zweite Identität im Netz

Egal ob Fotos in sozialen Netzwerken, Webseiten-Besuche oder auch unser elektronischer Personalausweis: Immer mehr Informationen aus dem Netz werden über uns erhoben und digital gespeichert.

Durch diese Datenspuren entsteht eine erweiterte Identität, unsere sogenannte augmented identity. Doch wer hat Zugriff auf diese Daten und wie kann ich meine Identität verwalten oder verändern? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das Fraunhofer Challenge Projekt »augmented identity«.

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Mit 3D-Brille im Flugzeug

Lautes Kindergeschrei, kaum Platz und dann noch nicht mal ein Sitz am Fenster – das Komfort-Niveau hält sich bei vielen Flugreisen in Grenzen.

Das Problem will das Projekt »VR-HYPERSPACE« mithilfe von virtueller Realität lösen. Zwar wird der Passagier im Jahr 2050 nicht mehr Platz zur Verfügung haben, dank stereoskopischer und hochauflösender Displayfolie an Kabinenwänden und Sitzen kann er sich dafür in ferne Welten träumen – z.B. an den Zielort seiner Reise. Das soll auch bei Flugangst helfen.

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Komfortabler unterwegs

Bus und Bahn bringen einen von A nach B – aber manchmal auch zur Verzweiflung, wenn der Nahverkehr mal wieder überlastet, verspätet oder überfüllt ist.

Was Komfort und Bequemlichkeit angeht, schwören dann doch viele auf das eigene Auto. Das Projektteam »Urbaner Mobilitätskomfort« des Fraunhofer IAO möchte das ändern. In Stuttgart wird erforscht, was den Komfort bei der Nutzung unterschiedlicher Mobilitätsformen, wie z.B. Sharing-Angebote oder öffentliche Verkehrsmittel, beeinflusst und wie sich dieser steigern lässt. Ziel ist es, Menschen davon zu überzeugen, von ihrem privaten PKW auf nachhaltigere Mobilitätsformen umzusteigen.

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Elektromobilität gemeinsam zum Rollen bringen

»Mitreden – Mitmachen – Mitgestalten« lautet das Motto des Online-Schaufensters Elektromobilität.

Ziel von Webplattform und mobiler App ist es zum einen, die vielfältigen Pilot- und Großprojekte zum Thema Elektromobilität des baden-württembergischen Schaufensters LivingLab BWe vorzustellen. Zum anderen versteht sich das Forschungsprojekt als Dialogforum für interessierte Bürger und Unternehmen, die das Thema Elektromobilität »bewegt«.

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Digitale Wirtschaft

Ob im Büro, in der Fabrik oder im Dienstleistungsbereich: Neue Technologien verändern Unternehmens- und Arbeitsformen. Nicht nur Menschen, sondern auch Maschinen arbeiten immer stärker vernetzt. Welche Chancen bietet diese Entwicklung? Welche neuen Geschäftsmodelle entstehen für Unternehmen? Die IAO-Forscher entwickeln Strategien und Konzepte für die Arbeitswelt von morgen.

Arbeitswelten 2025 – das Büro der Zukunft

Neue Technologien haben unsere Arbeitswelt in den vergangenen Jahren von Grund auf verändert. Doch was kommt als nächstes?

Was bedeutet die fortschreitende digitale Vernetzung für unser Büro von morgen? Dieser Frage geht das Verbundprojekt OFFICE21® unter der Leitung des Fraunhofer IAO nach. Mit über 100 Experten wurde hier das Szenario »Arbeitswelten 4.0« erstellt, das unseren Arbeitsalltag im Jahre 2025 skizziert. Was dies für praktische Auswirkungen hat, wird nun weiter erforscht – z.B. mit dem Workspace Innovation LAB, einer Plattform, mit der Konzepte explorativ umgesetzt werden können.

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Wie arbeiten wir morgen?

Neue Technologien erobern unsere Arbeitswelt und verlagern die Kommunikation immer mehr in virtuelle Räume.

Was bedeutet das für unseren Arbeitsalltag? Müssen wir ständig erreichbar sein? Oder dürfen wir uns auf flexiblere Arbeitszeiten freuen? Wie sich Arbeit und persönliche Lebensentwürfe zukünftig vereinbaren lassen, zeigt das Fraunhofer IAO in seiner Broschüre »Arbeit der Zukunft: Wie wir sie verändern. Wie sie uns verändert«. Anhand von fünf fiktiven Charakteren werden verschiedene Arbeitstypen vorgestellt und wichtige Aspekte der Life-Work-Balance und Digitalisierung besprochen.

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Produktive Arbeitsumgebungen schaffen

Optimale Arbeitsbedingungen ermöglichen effiziente Kommunikation und Zusammenarbeit.

Weil Arbeit heute äußerst komplex und kaum planbar ist, unterstützt das Fraunhofer IAO Unternehmen dabei, ihre kommunikativen und kollaborativen Tätigkeiten zu optimieren. Dabei gilt es, vielfältige Einflussgrößen und Gestaltungsfelder zu berücksichtigen. Hier setzt die Management-Befragung »Collaboration Performance« an. Dieses Tool bietet einen schnellen und umfassenden Überblick über die jeweilige Unternehmenssituation und hilft Unternehmen, dabei, ihre Kommunikation und Zusammenarbeit strategieorientiert zu optimieren.

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Produktionsarbeit der Zukunft oder »Industrie 4.0«

Intelligente Sensorik statt Gabelstapler: Informations- und Kommunikationstechnik wird die Produktionsarbeit nachhaltig verändern.

Durch mobile Kommunikation lassen sich Prozesse dezentral und in Echtzeit steuern. So können Unternehmen z.B. schnell und flexibel auf individuelle Kundenforderungen reagieren. Das »Zukunftslabor Industrie 4.0« des Fraunhofer IAO ermöglicht es Unternehmen, solche Anwendungen praxistauglich auszutesten und anhand dessen neue rentable Geschäftsmodelle zu entwickeln.

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Mit CAR4KMU zum neuen eStandard auto-gration

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) stellen wesentliche Akteure in der globalen Wertschöpfungskette der Automobilindustrie dar.

Damit KMU in diesem Markt erfolgreich mitwirken können, müssen sie in der Lage sein, reibungslos am elektronischen Geschäftsverkehr teilnehmen zu können. Hierzu zählt, dass Unternehmen ohne Brüche Geschäftsdokumente elektronisch austauschen, diese mehrsprachig bereitstellen und definierte Schnittstellen anbieten und nutzen können.
Zur besseren Integration von KMU in den elektronischen Datenaustausch mit den großen Herstellerunternehmen der Automobilindustrie wurde die Entwicklung des Standards »auto-gration« durch die Europäische Kommission angestoßen. Mit dem Projekt CAR4KMU sollen die Ergebnisse des EU-Projekts »auto-gration« in die deutsche Automobilindustrie transferiert und dort etabliert werden.

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Orientierung für Unternehmen in der digitalen Welt

Social Media, Cloud Computing, Internet-Marketing – mit der fortschreitenden Digitalisierung sehen sich kleine und mittlere Unternehmen neuen Herausforderungen ausgesetzt.

Der eBusiness-Lotse SüdWest bietet diesen Unternehmen Orientierung im IT-Dschungel und unterstützt sie dabei, moderne Informations- und Kommunikations- technologien gewinnbringend zu nutzen. Der eBusiness-Lotse SüdWest organisiert Informationsveranstaltungen und erstellt Studien und Informationsmaterialien für kleine und mittlere Unternehmen im Südwesten. Über den Lotsendienst erhalten die Unternehmen außerdem kompetente, neutrale und kostenfreie Antworten auf ihre individuellen Fragestellungen.

Smarte Elektrofahrzeugflotten

Elektrofahrzeuge sind im Unternehmenskontext sinnvoll einsetzbar – besonders wenn ein hoher Auslastungsgrad erreicht wird.

Durch gemeinsam genutzte Elektrofahrzeugflotten wird E-Mobilität auch für kleine und mittlere Unternehmen attraktiv. Für die Nutzer von Elektrofahrzeugen sind reibungslose und komfortable Buchungen, flexible Nutzung durch dynamische Einsatzplanung und einfache Abrechnungsmodelle essenziell. Im Projekt »Shared E-Fleet« entwickelt das Fraunhofer IAO nutzerfreundliche Cloud-Lösungen für Einsatzplanung und Ladesteuerung, welche dazu beitragen, die Akzeptanz der Elektromobilität bei Business-Nutzern zu erhöhen.

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Compliance in der digitalen Arbeitswelt

Während im täglichen Umgang und in der Geschäftswelt digitale Techniken immer mehr Einsatz und Verbreitung finden, werden die Regelungen zur Compliance bezüglich Gesetzen, Vorschriften und Datenschutz immer strenger.

Die Einhaltung dieser Regeln wird aktuell häufig analog sichergestellt – durch vielfältige textbasierte Dokumentation. Diese ist allerdings nicht unbedingt digital anwendbar – eine Vernetzung mit den zugrundeliegenden Systemen, Prozessen und Personen fehlt. Die häufig auftretenden Änderungen in Prozessen und Gesetzen machen es erforderlich, manuelle Compliance-Überwachung und Dokumentation Schritt für Schritt zu digitalisieren. Das Fraunhofer IAO entwickelt Lösungen für die nahtlose Integration von Compliance-Regeln in die digitale Arbeitswelt, um den wachsenden Anforderungen gerecht zu werden.

Informationen zum Projekt:

Durch Digitalisierung Prozesskosten senken

I&K-Technologien besitzen das Potenzial, Prozesskosten in Unternehmen zu senken. Das Fraunhofer IAO hat sich zum Ziel gesetzt, Unternehmen diese Potenziale zugänglich zu machen.

In Versicherungs-unternehmen existiert eine Vielzahl komplexer und vielschichtiger Prozesse, die sich digitalisieren lassen. Im Bereich Kfz-Schadenregulierung hat das Fraunhofer IAO eine Automatische Regelbasierte Prozesssteuerung zur Onlineabwicklung von Schadensfällen (ARPOS) entwickelt. Die Vorteile für die Versicherungsunternehmen: Menschliche Fehler werden vermieden, durch die Einbindung verschiedener Dokumententypen werden die Fachkräfte in ihrer Arbeit unterstützt und im Ergebnis werden die Prozesskosten gesenkt.

Informationen zum Projekt:

CLOUDwerker – Cloudlösungen für das Handwerk

Handwerksunternehmen sind heute auf IT-Unterstützung angewiesen, um möglichst effizient arbeiten zu können.

Neue servicebasierte Angebote über das Internet bieten dabei eine Reihe von Vorteilen. So entfällt beispielsweise der Aufwand für Wartung und Aktualisierung der Software und auftretende Probleme werden vom und beim IT-Dienstleister behoben. Doch nicht nur weniger Zeit und Kosten bei der Nutzung dieser IT-Anwendungen, sondern auch neue Möglichkeiten, mit Geschäftspartnern und Kunden elektronisch über das Internet zusammenzuarbeiten, spielen in Zukunft eine immer wichtigere Rolle. Das Projekt CLOUDwerker untersucht weitere innovative Anwendungsbereiche, in denen Handwerker von Dienstleistungen aus der Wolke profitieren.

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Usability im Fokus

Software, die nicht nur effizient, sondern auch leicht zu bedienen ist – das ist das Ziel des »Kompetenzzentrums für Usability in Unternehmenssoftware«.

Dieses hilft kleinen und mittelständischen Unternehmen bei der Entwicklung und Optimierung ihrer Software, z.B. durch Wissensaustausch, Arbeitshilfen und individuelle Unterstützung. Zusätzlich bietet es Anwenderunternehmen Hilfestellung bei der Auswahl der passenden Unternehmenssoftware.

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Digitales Wissen

Wissen und Wissensmanagement sind in der digitalen Gesellschaft entscheidende Wettbewerbsfaktoren. Menschen müssen lebenslang lernen, um Schritt zu halten in einer technisierten Welt. Das Fraunhofer IAO hilft Unternehmen dabei, effiziente Prinzipien des Lernens im betrieblichen Alltag zu verankern sowie neue Formen der Führung, des Lernens und der Zusammenarbeit in einer grenzenlosen Arbeitswelt einzuführen.

Studie: Führungskräfte in einer grenzenlosen Arbeitswelt

Was sind die Erfolgsfaktoren für Führungskräfte in der Arbeitswelt von morgen?

Dieser Frage gehen das Fraunhofer IAO und die Bertelsmann Stiftung empirisch auf den Grund und führen eine Studie unter mehreren tausend Führungskräften durch. Im Fokus stehen die wachsenden Anforderungen in einer zunehmend grenzenlosen Arbeitswelt. Denn die Möglichkeit, Arbeit flexibel zu gestalten, bietet nicht nur Chancen, sondern wird zukünftig ein zentraler Erfolgsfaktor für Führungskräfte sein.

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Neue Lernkonzepte sollen Wissen schneller zugänglich machen

Schlagworte wie »Smart Home« oder »Smart Grid« stehen für energieeffiziente Technologien und bieten Unternehmen einen interessanten Wachstumsmarkt.

Um diesen zu erobern, ist neben technologischem Wissen auch eine enge Abstimmung und Zusammenarbeit aller Beteiligten erforderlich. Im Projekt SMARTMOBILE testet das Fraunhofer IAO neue Lernkonzepte, die Fachleute der Elektro- und Informationstechnik auf die neuen Anforderungen der Gebäudesystemintegration einstellt und ihnen einen flexiblen Zugang zu diesem sehr schnelllebigen Wissensbereich ermöglicht.

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