Digitalisierung in der Kommunalwirtschaft

Digitalisierung in der Kommunalwirtschaft
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Fraunhofer IAO startet Verbund­forschungsprojekt mit branchenweitem Leitbildcharakter

Wie sehen die Leistungs- und Arbeitsprozesse einer digitalen Kommunalwirtschaft aus? Welche Arbeits-, Organisations- und Führungskonzepte werden sich durchsetzen und welche IT-Infrastrukturen kennzeichnen den Arbeitsplatz der Zukunft? Im Verbundforschungsprojekt »Aktiv-kommunal« erarbeitet das Fraunhofer IAO gemeinsam mit den Projektpartnern Antworten auf diese Fragen.

Die Digitalisierung stellt die Akteure der kommunalen Wirtschaft vor vielfältige Herausforderungen, ihre klassischen Strukturen zukunftsweisend weiterzuentwickeln. Die Geschäftsmodelle und Leistungsprozesse der Energieversorger und Stadtwerke stehen vor gewaltigen Veränderungen.

Transformation der Wertekette in der Energieversorgung?

Der Veränderungsdruck kommt von unterschiedlichen Seiten. So ermöglichen neue Technologien, dass Kunden Energie selber erzeugen. Gleichzeitig greifen neue Regulierungsvorschriften, die es dritten Anbietern leichter machen, an der Energieversorgung und an dem Geschäft mit der Energie zu partizipieren. Und schließlich wächst eine neue Kundengeneration heran, die den Anspruch hat, ihren Stromanschluss schnell, unkompliziert und flexibel wechseln zu können. Geschwindigkeit und digitalisierte Prozesse an der Kundenschnittstelle und im Back-End werden zu zentralen Wettbewerbsfaktoren.

Die Veränderungen betreffen aber nicht nur die Geschäftsmodelle und Service-Produkte, sondern auch die Menschen, die in den Stadtwerken und kommunalen Betrieben arbeiten und dort Leistungen erbringen, die ein hohes Maß an Versorgungsstabilität erfordern. Spätestens, wenn Strom und Wasser nicht mehr fließen, wird klar, dass kommunale Unternehmen gesellschaftlich notwendige Dienstleistungen erbringen, die funktionieren müssen.

Digitalisierung zwischen öffentlicher Verwaltung und Startup-Atmosphäre

Die Digitalisierung der Kommunalwirtschaft unterliegt daher besonderen Bedingungen. Das gilt auch für die Arbeitsprozesse und -modelle bis hin zum Tarifgefüge, welches die Branche kennzeichnet. In dem vom Fraunhofer IAO zum 1. April 2017 gestarteten Verbundforschungsprojekt »Aktiv-kommunal« werden beispielhafte Lösungen entwickelt, wie die Digitalisierung von Arbeits- und Leistungsprozessen unter den speziellen Bedingungen der Kommunalwirtschaft erfolgreich gestaltet werden kann.

Unter Leitung der Universität Duisburg-Essen entwickeln die wissenschaftlichen Partner mit der badenova AG, den Stadtwerken Konstanz und den Stadtwerken Heidelberg Lösungen zur Digitalisierung der Arbeit, die auf die Bedürfnisse der Kommunalwirtschaft abgestimmt sind. Durch Einbeziehung der Sozialpartner in Form von ver.di und des Verbands der Kommunalen Unternehmen (VKU) sollen branchenweite Impulse für die Kommunalwirtschaft gesetzt werden.