Kollege Roboter, übernehmen Sie!

Die Vorteile und Anwendungen der Industrie 4.0 waren bisher größtenteils den »BigPlayern« deutscher Produktionsunternehmen vorbehalten. Eine neue Generation von Leichtbaurobotern eröffnet nun auch kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) ganz neue Möglichkeiten, ihre Produktivität in der manuellen Montage wesentlich zu steigern.

Bisher war eine Automatisierung für KMU nicht wirtschaftlich, da die geringen Stückzahlen keine sinnvollen Amortisationszeiträume ergeben bzw. die hohe Varianz in den Produkten die Automatisierung zu teuer macht. Die neuen sogenannten Leichtbauroboter (LBR) heben eine Reihe von diesen Einschränkungen auf.

Menschengerechte Gestaltung der Mensch-Roboter-Kollaboration hat oberste Priorität

Doch auf dem Weg dorthin müssen KMU die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Roboter sicher, sinnvoll und effizient gestalten. Einen realen Anwendungsfall für den Einsatz von LBR testen sechs Partner aus Industrie und Wissenschaft prototypisch im Projekt »RoboKoop«. Im Mittelpunkt des Projekts steht neben neuen Methoden zur Wirtschaftlichkeitsbetrachtung die Frage, wie die Mensch-Roboter-Kollaboration nicht nur nach den Fähigkeiten des Roboters, sondern nach den Anforderungen und Fähigkeiten des Menschen gestaltet werden kann. Die Industriepartner haben die Chance, im Projekt mit ihren Kompetenzen im Bereich der Sensortechnologie sowie der Montage neue Geschäftsfelder und Kundengruppen für die Industrie 4.0 zu erschließen.

Ein Leitfaden mit Empfehlungen für die Planung und Gestaltung der Mensch-Roboter-Kollaboration ist ab Mitte 2016 am Fraunhofer IAO erhältlich. Für KMU, die Leichtbauroboter einführen möchten, bietet das Fraunhofer IAO regelmäßig entsprechende Arbeitskreise an.