Umwelt­freundliche Industrie gewinnt

Umwelttechnikpreis 2019
© 2019 Martin Stollberg – Fotojournalismus

 

Fraunhofer zeichnet mit dem »Umwelttechnikpreis 2019« ultraeffiziente Industriegebiete aus

Mit dem Umwelttechnikpreis zeichnet das Land innovative Produkte und Verfahren aus Baden-Württemberg aus, die die Umwelt und die Ressourcen schonen. Die Auszeichnung des Industriegebiets mit den besten Ansätzen zur ganzheitlichen Optimierung in den Bereichen Nachhaltigkeit und Effizienz ging 2019 an die Stadt Rheinfelden in Baden. Im Rahmen des Projekts »Ultraeffizienzfabrik« haben die Fraunhofer-Institute IAO und IPA den Wettbewerb initiiert und organisiert.

Wenn von ultraeffizienten Industriegebieten gesprochen wird, geht es um die Vision gänzlich verlust- und belastungsfreier Fabriken und Industriegebiete, die darüber hinaus in ihrem direkten Umfeld einen positiven symbiotischen Beitrag leisten. Ultraeffizienz steht in diesem Kontext für den Einklang von Effizienz und Effektivität in den Handlungsfeldern Material, Energie, Emissionen, Mensch bzw. Personal und Organisation. Sind die Maßnahmen zur ganzheitlichen Optimierung in den Bereichen Nachhaltigkeit, Effizienz und Effektivität über diese Felder ähnlich verteilt, dann ist ein Industriegebiet ultraeffizient, da Zielkonflikte schneller aufgedeckt und zielgerichtet gelöst werden können.

Zur Nachahmung empfohlen: Ausgezeichnete ultraeffiziente Industriegebiete

Die meisten Gebiete befinden sich aktuell in einem frühen Stadium und haben erst wenige Maßnahmen konkret umgesetzt. Mit dem Wettbewerb sollten diese Bemühungen öffentlich gemacht und weitere gefördert werden. Durch die Verleihung des Preises soll ein Standort als »Good Practice« zum Nachahmen anregen, denn nach Vorstellung des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft soll Baden-Württemberg nicht nur Leitmarkt, sondern auch Leitanbieter von Umwelttechnologie und nachhaltigem Handeln werden. Daher erfolgte die Preisverleihung Ende Juli 2019 auch im Rahmen des vom Ministerium vergebenen Umwelttechnikpreises 2019 durch Umweltminister Franz Untersteller.

Rheinfelden (Baden) als Gewinner

Preisträger ist die Stadt Rheinfelden (Baden), die sich sogar mit gleich zwei Industriegebieten beworben hatte. Zusammen mit großen Unternehmen vor Ort setzt die Stadt seit Jahren Maßnahmen zur Steigerung von Nachhaltigkeit und Attraktivität des Industriegebiets um. So wird beispielsweise ein Großteil der Energie durch Wasserkraft aus dem Rhein erzeugt, der Energieanbieter unterhält zudem eine kleine E-Fahrzeugflotte für Dienstfahrten. Ebenfalls denkt die Stadt neben Energieeffizienzmaßnahmen auch über Smart-City-Ansätze und lokales Car-Sharing nach.

Für den Standort bot die Zusammenarbeit mit den Stuttgarter Fraunhofer-Instituten für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, für Grenzflächen und Bioverfahrenstechnik IGB und für Produktionstechnik und Automatisierung IPA die Möglichkeit, eigene Ideen zu verifizieren und auch bisher weniger bekannte Maßnahmen in die langfristige Entwicklung mit aufzunehmen. In verschiedenen Workshops und Stakeholder-Befragungen konnten wichtige Aspekte für die Entwicklung eines spezifischen Verbesserungsplans identifiziert und daraus verfügbare Potenziale abgeleitet werden. Die Zusammenarbeit zwischen den Großunternehmen wird neben reinen Wertschöpfungsketten-Verknüpfungen auch aktiv moderiert.

Als Preis erhält Rheinfelden konkret angepasste Maßnahmen, um Ultraeffizienz langfristig zu etablieren und den Standort weiterzuentwickeln. Zusätzlich erfolgt die Entwicklung passender Geschäftsmodelle.