Wanted: Arbeits­umgebung nach Wahl

Studie Wirksame Büro- und Arbeitswelten
© Fraunhofer IAO

 

Fraunhofer IAO stellt erste Ergebnisse zur Studie »Wirksame Büro- und Arbeitswelten« vor

Die Modernisierung der Arbeitsorganisation verläuft meist zu langsam, zeigt eine Befragung des Fraunhofer IAO unter mehr als 1000 Fachbeauftragten für Büro- und Arbeitswelt im Auftrag der designfunktion Gruppe. Als zukünftig dominante Büroform entwickelt sich der »Multispace«. Eine Bandbreite an Raumoptionen wirkt sich u. a. positiv auf Arbeitgeberattraktivität, Zusammenarbeit und Selbstbestimmung aus.

Wie und wie gut unterstützen die Büro- und Arbeitswelten die Unternehmen und ihre damit verbundenen Ziele? Diese wesentliche Fragestellung für die Arbeitsorganisation wurde im Rahmen einer Studie des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO im Auftrag von designfunktion untersucht. Erste Ergebnisse werden heute, am 25. April 2018, auf der Pressekonferenz der Orgatec, der internationalen Leitmesse für Ausstattung und Einrichtung von Büro und Objekt, vorgestellt.

Modernisierungstempo der Arbeitsorganisation meist zu langsam

Das Tempo in der Modernisierung der Arbeitsorganisation im eigenen Unternehmen wird über alle Unternehmensgrößen und Funktionsbereiche eindeutig als nicht zu schnell empfunden. Mit zunehmender Unternehmensgröße wird die Transformationsgeschwindigkeit sogar als deutlich zu langsam angegeben. Ausnahmen bilden die befragten Geschäftsleitungen, die das Tempo in der Modernisierung ihrer Arbeitsorganisation als genau richtig einschätzten. Die Ergebnisse der Studie verdeutlichen darüber hinaus: Bei Unternehmen mit einem langsamen Tempo in der Modernisierung der Arbeitsorganisation ist die Unterstützungsfunktion der Büro- und Arbeitsumgebung geringer ausgeprägt, die Qualität der räumlichen Gestaltung ist niedriger, es wird weniger Zusammenarbeit in der Organisation gelebt und die Arbeitgeberattraktivität sinkt signifikant.

»Multispace« entwickelt sich zur dominanten Büroform der Zukunft

54 Prozent der Studienteilnehmenden erwarten, dass der Multispace sich zur dominanten Büroform in ihren Unternehmen entwickeln wird. Im Vergleich der unterschiedlichen Büroformen zeigt die Studie, dass eine Multispace-Arbeitsumgebung in unterschiedlichen Aspekten deutlich positivere Ergebnisse aufweist als Arbeitsumgebungen mit anderen Büroformen. Ist also eine Bandbreite an Raumoptionen in der Arbeitsumgebung vorhanden und kann diese flexibel von allen Mitarbeitenden genutzt werden, besteht eine signifikant höhere Unterstützungsfunktion der Arbeitsumgebung. Darüber hinaus wird Zusammenarbeit stärker gelebt, es besteht ein höheres Ausmaß an Selbstbestimmung und auch die Arbeitgeberattraktivität wird deutlich positiver bewertet. In der räumlichen Anordnung spiegelt Multispace die Unternehmenshierarchie im Vergleich zu anderen Arbeitsumgebungen am wenigsten wider. Hinzu kommt, dass Multispace-Arbeitsumgebungen deutlich mehr Rückzugsmöglichkeiten für konzentriertes Arbeiten sowie zur kurzzeitigen Erholung bieten als alle anderen Büroformen – auch mehr als Arbeitsumgebungen mit Einzelbürostrukturen.

Eckdaten zur Studie

Grundlage der Studie ist die Befragung von rund 1000 Personen, die sich in ihrer Organisation mit dem Thema »Neue Arbeitswelten« auseinandersetzen. Die Befragung fand im Zeitraum April bis Dezember 2017 statt. Die Befragten stammen aus einer Vielzahl von Branchen. Sie lassen sich in Fachexpertinnen und -experten auf Angebotsseite (spezifisch 37 Prozent Architektur/Bau/Immobilien, 9 Prozent Beratung) oder als Themenbeauftragte auf Nachfrageseite (54 Prozent der Teilnehmenden) einordnen. Dabei gehören 55 Prozent der Teilnehmenden kleinen und mittleren Unternehmen (bis 500 Mitarbeitende) an, 45 Prozent stammen aus Großunternehmen (ab 500 Mitarbeitende).

Weitere Informationen

 

Publikation

Kostenloser Download des Kurzberichts

Kurzbericht zur Studie »Wirksame Büro- und Arbeitswelten«

Folgestudie

Die vorliegende Auswertung ist der erste Teil einer Studienreihe. Eine zweite Studie soll die Ergebnisse der ersten Studie näher untersuchen. Helfen Sie uns interessante Erkenntnisse zu erhalten und nehmen Sie unter dem Link an der Folgestudie teil: