Sateco AG: MarktExplorer für Silikonschaltmatten

Alle Schalter auf Innovation

Ob Fensterheber oder Fernbedienung: Silikon-Schaltmatten begleiten unseren Alltag. Das funktionswichtige Teil ist verantwortlich für den elektrischen Kontakt und das Schaltgefühl. Doch haben Schalter und Knöpfe Zukunft oder werden sie schon bald durch Touch - Technik überholt ? Diese Frage hat sich die Sateco AG gestellt und das Fraunhofer IAO damit beauftragt, die Zukunftsaussichten und Marktchancen der Technologie unter die Lupe zu nehmen. Projektleiter Truong Le vom Fraunhofer IAO und Unternehmens-Teilhaber Hanspeter Sauder sprechen über die teilweise überraschenden Erkenntnisse und vielversprechenden Ergebnisse des Projekts.

Le: Herr Sauder, die Sateco AG produziert pro Jahr für den weltweiten Bedarf über 200 Millionen Schaltmatten. Was war für Sie der Anlass, sich da Sorgen um die Zukunft zu machen?

Sauder: Gerade der große Erfolg unserer Switchpad-Systeme im Markt verleitet rasch dazu, sich beruhigt zurückzulehnen. Die Welt entwickelt sich aber vor allem in der Elektronik sehr schnell vorwärts und aus diesem Grund machen wir uns heute schon Gedanken über den Markt und die Kundenbedürfnisse von morgen. Zudem ist es eine klar definierte Strategie von Sateco, uns künftig auch in anderen Märkten zu bewegen, um damit die Abhängigkeit von der Automobilindustrie zu reduzieren. Daher haben wir das Fraunhofer IAO gerne wieder kontaktiert, nachdem wir 2009 das erste Projekt gemeinsam durchgeführt haben. Als ein mittelständisches Unternehmen schätzen wir die fachliche Kompetenz sowie die hohe Kundenorientierung des Fraunhofer IAO sehr.

Bei der Untersuchung »Touch-Technik vs. Haptik« haben wir festgestellt, dass haptische Systeme nach wie vor Zukunft haben. Haben Sie damit gerechnet?

Definitiv ja, die einzige und äußerst wichtige Frage war: Wie lange noch? Seit den frühen 90er Jahren engagiere ich mich als Teilhaber von Sateco ganz persönlich für die Entwicklung und Verbreitung der Haptik für ein klares, definiertes Schaltgefühl. Vor mehr als zehn Jahren hat Sateco die »neue Haptik für Sateco-Schaltmatten« definiert und publiziert, was einen wichtigen künftigen Trend für Automobil-Schalter ergeben hat. Da Sateco weiterhin wachsen will, haben wir mit dem Fraunhofer IAO ein neues Projekt »Produktentwicklung für andere Märkte« angestoßen.

Im zweiten Teil des Projekts haben wir nicht nur neue Märkte identifiziert, sondern auch Visionen für ganz neue Produkte entwickelt. Wie bewerten Sie die Methode und die Ideen, die hier entstanden sind?

Die Methode, mindestens neue Produktideen oder Techniken zu finden, ist durchaus interessant. Allerdings können wir hier nur gewisse Ansätze umsetzen, denn der Weg, ein latentes Kundenbedürfnis durch ein neu entwickeltes Produkt zu erfüllen, ist lang. Aber wir wollen diesen Weg gehen.

Wirklich neu und vielversprechend ist für uns die Vernetzung mit anderen Forschungspartnern – auch wenn wir in der Vergangenheit sehr viele neue Anwendungen und Basistechnologien allein durch In-House-Erfahrungen sehr erfolgreich auf den Markt gebracht haben.

Verraten Sie, welche Zukunftsvision Ihnen am besten gefallen hat?

Nachdem wir anlässlich der verschiedenen Sitzungen viele mögliche Entwicklungsrichtungen definiert haben, gibt es natürlich einige Favoriten. Da wir aber am absoluten Anfang stehen, ist es noch zu früh, den Favoriten zu nennen. Die Vision geht sicher in Richtung neuer elektrischer Kontaktsysteme, implementiert in vermarktungsfähige Produkte.

Welche Rolle wird Technologie- und Innovationsmanagement in Zukunft in Ihrem Unternehmen spielen?

Innovationen haben in unserem Unternehmen immer eine Rolle gespielt und werden in Zukunft wichtiger denn je. Dies wird in unseren künftigen Strategien immer stärker gewichtet.