Popup Labor BW

Herausforderung

Während es für große Unternehmen in Deutschland oder in Silicon Valley kein Problem ist, für Mitarbeitende, Geschäftspartner und Kunden eigene Denkfabriken oder eigene Lern- und Experimentierräume aufzubauen (»Fitness-Studios der Innovation«), stellt sich für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) die Lage anders dar. Obwohl hochgradig betroffen, fehlt KMU in Baden-Württemberg oftmals der direkte Zugang zu theoretischem Wissen und praktischer Umsetzung in Sachen Innovationsmethoden und Digitale Transformation.

Ansatz und Ergebnis

Das Projekt »Popup Labor BW« ist ein Vorhaben, das vom Technologiebeauftragten der Landesregierung Baden-Württemberg, Prof. Dr. Wilhelm Bauer, konzipiert wurde. Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg fördert das Popup Labor BW im Rahmen des Projekts »Innovationswerkstatt Baden-Württemberg für kleine und mittlere Unternehmen (KMU)«. Das Fraunhofer IAO betreibt die Microsite popuplabor-bw.de und kuratiert die Umsetzung der Popup Labore, die auf Zeit an unterschiedlichen Orten in Baden-Württemberg stattfinden.

Als grundlegende Veranstaltungstypen gibt es im Popup Labor BW vier Formate, die sich abhängig von Zielsetzung, Zeitdauer und Teilnehmerschaft unterscheiden: Die Akademie, der Treffpunkt, die Arena und die Agenda.

  • Akademie. Das Format »Akademie« hat einen moderierten Kurscharakter (»Turbo-Workshops«). In wenig mehr als einer Stunde werden die Teilnehmenden aus den KMU zum Leitthema Digitalisierung sensibilisiert. Sie erfahren und erhalten beispielsweise von professionellen Coaches fallorientiert das Rüstzeug für den Einsatz von agilen Projektmanagementmethoden und kreativen Innovationsmethoden wie Design Thinking. Oder die Teilnehmenden bekommen z.B. vermittelt, wie sie ihr Unternehmen in Bezug auf IT-Sicherheit effektiv schützen können.
  • Treffpunkt. Das Format »Treffpunkt« inszeniert reale und virtuelle Versammlungsorte und schafft maximale Kontakt- und Austauschfläche zwischen den Beteiligten. Best-Practice-Anwender aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft geben ihre Erfahrungen und Ratschläge an KMU und deren Mitarbeitende weiter. Dieses Format bietet regionalen Start-Up Unternehmen auch die Möglichkeit, hervorragende Innovationsideen und -umsetzungen zu präsentieren. Hier ist beispielsweise an Anwendungsbeispiele für 3-D Drucker, Clouds und Apps gedacht.
  • Arena. Das Format »Arena« hat im Vergleich dazu einen anderen Zeithorizont: Um tatsächlich in Innovationsherausforderungen einzutauchen und pilothafte Lösungen im Sinne eines Rapid Prototyping aufzuzeigen, sind zum einen inhomogene Teams (Geschäftsführer, Fachexperte, Azubi und externer Mentor) und zum anderen mehr Zeit erforderlich, um am Ende des Tages konkrete Ergebnisse zu erzielen. Ein- bis zweitägige Barcamps, Hackathons oder Maker Session-Formate sind hier das Mittel der Wahl, um mit neuen Produkten, Dienstleistungen und Geschäftsprozessen zu experimentieren.
  • Agenda. Dieses Format hat zum Ziel, Innovationsideen aus den anderen drei Formaten aufzunehmen und im Anschluss auf strategisch-operativer Ebene zu sammeln, zu filtern, zu initialisieren und zu befördern. Teilnehmende können dabei VertreterInnen von Kammern, Hochschulen, Berufsschulen, Handel und Handwerk, Abgeordnete, Stadträte sowie Wirtschaftsförderer, Banken und Fintechs sein. Agenda Top-Vorträge und Podiumsdiskussionen erreichen die breite Öffentlichkeit, Presse und Blogger. Die Ergebnisse dessen, was im Popup Labor BW für KMU stattgefunden hat und stattfinden wird, werden hier erklärt.