Shaping Future: Das wünschen sich Menschen für 2053

Wie wollen wir in Zukunft mit Technik umgehen?

Wie wollen wir in Zukunft mit Technik umgehen? Welche technologische Unterstützung wünschen wir uns in der Zukunft für unsere Arbeit, unsere Gesundheit, unsere Mobilität und für unsere zwischenmenschlichen Beziehungen? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt des vom BMBF geförderten Forschungsprojekts »Shaping Future«. Mit dem Projekt erarbeitete das Center for Responsible Research and Innovation (CeRRI) am Fraunhofer IAO ein Modell, mit dem Bürgerinnen und Bürger ihre Ansprüche an Zukunftstechnologien beschreiben und mit der Wissenschaft teilen können. In interaktiven Workshops entwickelten etwa 100 Menschen unterschiedlichen Alters Ideen, wie sie im Jahr 2053 leben wollen. Mit Hilfe von Kreativitätsmethoden, Storytelling und Techniken aus der Designforschung entwickelten die Workshop- Teilnehmenden konkrete Lösungen für Szenarien im Jahr 2053. Dabei standen vier thematische Felder im Fokus: Gesundheit, Arbeit, soziale Beziehungen und nachhaltige Mobilität.

Die Ergebnisse der Workshops wurden sozialwissenschaftlich ausgewertet, geclustert und schließlich von Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Instituten der Fraunhofer-Gesellschaft auf ihre technologische Umsetzbarkeit geprüft. Um noch mehr Bürgerinnen und Bürger in einen Dialog zu zukünftigen Technologien einzubeziehen, haben fünf Designerinnen und Designer aus besonders zukunftsweisenden Ergebnissen spekulative Prototypen kreiert.

In Gestalt, Form, Haptik, Material und ihrer Kontextualisierung veranschaulichen diese Anwendung, Umgang und Interaktion. Selbst ohne technische Funktionen eröffnen sie Diskussionsräume für Zukunftsoptionen möglicher Technologien.

Spekulativer Prototyp 1: HUMAN+ CARBON- von Johanna Schmeer

Wären wir bereit, Technologie am Körper zu tragen, um einen Beitrag für die Umwelt oder die Gemeinschaft zu leisten? Die spekulativen Designobjekte aus der Serie von Johanna Schmeer – hier das Objekt »Bacterial Skin Light« – erweitern den menschlichen Körper im Jahr 2053 ästhetisch mit verschiedenen Technologien. Jedes dieser Objekte leistet einen Beitrag, den ökologischen Fußabdruck des Nutzenden durch nachhaltigen Konsum, Luftfilterung und biologische Beleuchtung zu reduzieren.

Spekulativer Prototyp 2: ADAPTIVE ENVIRONMENT von studio milz

Räume der Zukunft sind in Größe, Ausstattung und Funktion transformierbar. Feste Verortungen werden sekundär. Heute Statisches wird morgen adaptiv. ADAPTIVE ENVIRONMENT von studio milz kombiniert die natürlichen Spinnfähigkeiten von Raupen mit innovativen Materialeigenschaften für Architektur: Die Hybrid-Raupen ermöglichen über die Steuerung mittels Duftstoffen individuell gestaltbare Bauweisen und Raumkonzepte.

Spekulativer Prototyp 3: HEALING MUSCLE PATCH von Florian Born

Multiresistente Erreger (MRE) stellen das Gesundheitswesen des 21. Jahrhunderts vor enorme Herausforderungen. Zugleich wächst der Wunsch, den menschlichen Körper durch intelligente Technologien zu optimieren. Der Prototyp HEALING MUSCLE PATCH von Florian Born präsentiert ein innovatives Verfahren für Impfung und Muskelaufbau auf Basis von Nährlösungen mit Bakterien.

Spekulativer Prototyp 4: GUTMENTOR von Stefan Schwabe

Jeder Mensch ist ein Superorganismus und jedes Mikrobiom so einzigartig wie ein Fingerabdruck. Mit dem GUTMENTOR lotet Stefan Schwabe aus, wie sich dieses Kondensat aus Erfahrungen, Umwelteinflüssen und Charaktereigenschaften für ein neuartiges Transplantationsverfahren und Mentoringkonzept nutzen lässt.

Diese spekulativen Prototypen waren im Jahr 2016 erstmals als interaktive Exponate im JOSEPHS® zu sehen. Der interaktive Ausstellungsort in der Nürnberger Innenstadt wird von der Fraunhofer-Gesellschaft und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg betrieben.