Standortattraktivität entscheidet über wirtschaftliche Zukunft
Angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels und globalen Wettbewerbsdrucks wird die Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte zum entscheidenden Standortvorteil. Doch sowohl Metropolregionen als auch ländliche Räume stehen vor unterschiedlichen Herausforderungen: Während in Großstädten der Mangel an bezahlbarem Wohnraum zur Rekrutierungsbremse wird, kämpfen ländliche Regionen mit Abwanderung und fehlender Infrastruktur. Die Studie »Future Living – regionale Stärke durch Ökosystemgestaltung für Arbeits- und Fachkräfte« des Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO zeigt, dass nicht nur Wohnraum, sondern vor allem soziale, kulturelle und digitale Infrastrukturen über die Zukunftsfähigkeit eines Standorts entscheiden.
Diese Bedeutung des Lebensumfelds hebt auch Wissenschaftlerin Katharina Dienes vom Fraunhofer IAO hervor: »Will kommen und willkommen – ein Leerzeichen, das viel verändert! Um nationale und internationale Arbeits- und Fachkräfte als Region anzuziehen und langfristig zu halten, braucht es nicht nur geeignete Arbeits- sondern vor allem lebenswerte Umgebungen.«
Zukunftsfähige Wohn- und Lebenswelten gestalten
Klassische Maßnahmen wie günstiges Bauland oder bezahlbarer Wohnraum reichen allein nicht aus. Entscheidend ist das Zusammenspiel harter und weicher Standortfaktoren: Infrastruktur und Arbeitsplätze ebenso wie Lebensqualität, Freizeitangebote und regionale Identität. Zukunftsfähige Wohn- und Lebenswelten müssen flexible Wohnformen, hybride Nutzungskonzepte und attraktive Gemeinschaftsflächen bieten. Pilotprojekte und Mikroangebote sollen schnelle Sichtbarkeit und Akzeptanz im regionalen Kontext schaffen.
Der Future Living Servicebaukasten: Innovation für Regionen
Mit dem Future Living Servicebaukasten steht ein modulares System bereit, das physische, soziale und digitale Services integriert und individuell an die spezifischen Herausforderungen jeder Region angepasst werden kann. Er eröffnet Kommunen, Unternehmen und regionalen Netzwerken neue Handlungsspielräume, um lebenswerte Orte zu schaffen und Fachkräfte dauerhaft zu binden.
Unternehmen als zentrale Impulsgeber
Immer mehr Unternehmen engagieren sich über den eigenen Standort hinaus: Sie schaffen innovative Wohn-, Bildungs- und soziale Angebote und setzen gemeinsam mit Kommunen und Institutionen neue Impulse für die regionale Entwicklung. Besonders wirksam sind kooperative Modelle, die die Stärken verschiedener Akteure bündeln und den Servicebaukasten gezielt einsetzen.
Jetzt mitgestalten: Umfrage zu regionalen Lebenswelten
Wie wollen wir in Zukunft arbeiten, wohnen und leben? Um diese Frage zu beantworten, lädt das Fraunhofer IAO im Rahmen einer 10-minütige Umfrage zur Lebens- und Arbeitsrealität ein, Perspektiven einzubringen und die Zukunft aktiv mitzugestalten.