Aufgrund der großen Wirkungskraft des KI-Fortschrittszentrums »Lernende Systeme und Kognitive Robotik« fördert das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg die Erweiterung des KI-Fortschrittszentrums um ein Reallabor. Dieses knüpft an das im Dezember 2025 erfolgreich abgeschlossene Pilotprojekt »KIRR Real – Reallabor für rechtskonforme KI und Robotik« an und führt beide Initiativen in eine neue Phase.
Das neue »Reallabor für rechtskonforme KI und Robotik am KI-Fortschrittszentrum« des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA sowie der Universität Stuttgart unterstützt kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie den Mittelstand dabei, innovative KI- und Robotikanwendungen im Einklang mit der europäischen KI-Verordnung (EU AI Act) sowie weiteren einschlägigen Rechtsvorschriften zu entwickeln.
»Quick Checks« für Unternehmen
Interessierte Unternehmen können sich bis 21. Mai 2026 mit konkreten, ambitionierten KI-Innovationsvorhaben auf einen der vom Land Baden-Württemberg geförderten »Quick Checks« bewerben.
- Quick Check: Unternehmen erhalten eine Einschätzung zur technischen Machbarkeit ihrer Robotik- oder KI-Ideen.
- Legal Quick Check: Unternehmen, die bereits Robotik- oder KI-Lösungen einsetzen, erhalten eine Analyse ihres Anwendungsfalls im Hinblick auf Regulatorik und notwendige nächste Schritte einer rechtskonformen Umsetzung.
Drei Technologieschwerpunkte für die Zukunft
Generative und Agentic AI: Entwicklung und Forschung mit realen Unternehmens-Use-Cases sowie zu intelligenten Assistenzsystemen für Produktions- und Geschäftsprozesse – ergänzt durch hybride KI-Ansätze, die modernste Sprachmodelle mit branchenspezifischem Fachwissen verbinden.
Humanoide Roboter: Es werden potenzielle Anwendungsfälle identifiziert, Schulungen durchgeführt und Hands-on-Erfahrungen mit Humanoiden Robotern gesammelt.
KI-Compliance und regulatorisches Lernen: Gleichzeitig werden im Reallabor konkrete Anwendungsfälle aus den vorab genannten Bereichen hinsichtlich der Anforderungen der KI-Verordnung und angrenzender europäischer Rechtsvorschriften (z. B. Maschinenverordnung, Medizinprodukteverordnung oder DSGVO) analysiert. Mit dem Ziel, praxistaugliche Leitlinien zu entwickeln, die KMU eine rechtssichere KI-Entwicklung ohne großen Aufwand ermöglichen. Ein eigens aufgebautes Panel aus Behörden und Aufsichtsorganen sorgt dafür, dass regulatorische Hürden der Praxis direkt in den Gesetzgebungsprozess zurückgespielt werden können.
Vielfältige Beteiligungsmöglichkeiten für Unternehmen
Das KI-Fortschrittszentrum bietet Unternehmen mit mindestens einer Niederlassung in Baden-Württemberg zahlreiche niederschwellige Formate zur Beteiligung. Denn das wichtigste Ziel der neuen Projektphase ist es, die möglichst große Breitenwirkung in die hiesige Unternehmenslandschaft, um den Standort hinsichtlich der hochrelevanten Zukunftstechnologien KI und Robotik maßgeblich zu stärken. Alle Erkenntnisse und Ergebnisse werden über Handouts, Demonstratoren, Steckbriefe und die Projektwebseite breit verfügbar gemacht.
Erfolgreicher Wissens- und Technologietransfer gehen weiter
Bereits seit 2019 wird das KI-Fortschrittszentrum »Lernende Systeme und Kognitive Robotik« von Fraunhofer IAO und IPA sowie der Universität Stuttgart betrieben. Im Dezember 2025 endete die erfolgreiche Förderung über sechs Jahre durch das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg. In dieser Zeit arbeitete das KI-Fortschrittszentrum mit 375 Unternehmen zusammen und führte über 200 geförderte Transfermaßnahmen durch. Diese reichten von der ersten Ideenfindung bis zur Entwicklung prototypischer Demonstratoren.
Starkes Konsortium und Ökosystem
Das Reallabor am KI-Fortschrittszentrum ist eng vernetzt mit Cyber Valley, Europas Zentrum für exzellente KI- und Robotikforschung, mit dem Forschungsprojekt AI-MATTERS, dem Höchstleistungsrechenzentrum Stuttgart (HammerHAI), dem IPAI Heilbronn sowie zahlreichen regionalen Partnern und Verbänden.
Mit einem Gesamtvolumen von zwei Millionen Euro Förderung leistet das KI-Fortschrittszentrum erneut einen wichtigen Beitrag zur Innovationskraft und internationalen Wettbewerbsfähigkeit der baden-württembergischen Wirtschaft.