Wie gelangen Beschäftigte nachhaltig, zuverlässig und bequem zur Arbeit, wenn der Arbeitsplatz nur eingeschränkt an den öffentlichen Nahverkehr angebunden ist? Mit dieser Frage beschäftigt sich das neue Forschungs- und Entwicklungsprojekt MoveBER, das am Flughafen Berlin Brandenburg (BER) startet. Gemeinsam entwickeln das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, das Institut für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement (IAT) der Universität Stuttgart, die Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB) sowie die House of Logistics and Mobility (HOLM) GmbH ein Mobilitätskonzept für den Betriebsstandort Selchow des BER.
Die letzte Meile als Schlüssel zur Verkehrswende
Der Standort Selchow ist für viele Beschäftigte bislang nur eingeschränkt mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Ziel des Projekts ist es deshalb, die Anbindung des westlichen Flughafenareals nachhaltig, effizient und bedarfsgerecht zu verbessern. Im Mittelpunkt steht dabei insbesondere die sogenannte »letzte Meile« – also der Weg zwischen Bus oder Bahn und dem eigentlichen Arbeitsplatz.
Dafür untersuchen die Projektpartner, wie verschiedene nachhaltige Mobilitätsangebote sinnvoll miteinander verknüpft werden können. Im Fokus stehen unter anderem On-Demand-Shuttles sowie Fahrrad- und Scootersharing-Angebote. Diese könnten künftig eine attraktive Alternative zum eigenen Auto darstellen und die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr deutlich verbessern.
Lösungen gemeinsam mit den Beschäftigten entwickeln
Ein zentrales Merkmal des Projekts ist die enge Einbindung der Menschen vor Ort. Beschäftigte, Unternehmen und weitere Akteure am Standort werden von Beginn an in die Entwicklung des Mobilitätskonzepts einbezogen. So sollen Lösungen entstehen, die nicht nur technisch umsetzbar sind, sondern auch den tatsächlichen Bedürfnissen der Nutzerinnen und Nutzer entsprechen.
Neben der praktischen Erprobung möglicher Angebote untersucht MoveBER auch, wie innovative Mobilitätslösungen langfristig wirtschaftlich betrieben und dauerhaft in bestehende Verkehrssysteme integriert werden können. Das entwickelte Mobilitätskonzept soll noch während der Projektlaufzeit umgesetzt und perspektivisch gemeinsam mit weiteren Unternehmen im Flughafenumfeld in den Regelbetrieb überführt werden.
Handlungsempfehlungen
Die Erkenntnisse aus dem Projekt sollen zudem über den BER hinaus nutzbar gemacht werden. Geplant sind Handlungsempfehlungen und Transferansätze für andere Gewerbe- und Flughafenstandorte, die vor ähnlichen Herausforderungen bei der Erreichbarkeit von Arbeitsplätzen stehen.
Das IAT der Universität Stuttgart übernimmt zunächst die Analyse der Mobilitätsbedürfnisse der Beschäftigten am Standort Selchow. Auf dieser Grundlage entwickeln die Forschenden ein wirtschaftlich tragfähiges Mobilitätskonzept, das sich an den konkreten Anforderungen der Belegschaft orientiert.