Erste Erfahrungswerte werden zeigen, ob das Konzept auch auf andere Unternehmen übertragbar ist.
Autonomes Shuttle »BumbleB« verbindet Campus und Bahnstation
Ein Highlight des Projekts ist das autonome Shuttle »BumbleB«, das von der Bertrandt Group weiterentwickelt wurde. Seit Mitte April pendelt der Minibus nach einem kleinen Eröffnungsevent zunächst probeweise über den Campus. Perspektivisch verbindet »BumbleB« autonom und barrierefrei im Realbetrieb die Strecke zwischen Fraunhofer-Campus und S-Bahn-Station »Universität«, kostenlos für Mitarbeitende und Besuchende. Der bisherige Fußweg vieler Fraunhofer-Mitarbeitender von rund 15 Minuten verkürzt sich damit erheblich.
»Unser Ziel ist klar: Baden-Württemberg geht beim autonomen Fahren den nächsten Schritt – weg von einzelnen Projekten, hin zur breiten Anwendung. So schaffen wir die Grundlage für die zukünftige Mobilität und stärken zugleich nachhaltig unsere heimische Automobilwirtschaft. Gerade mit Blick auf den absehbaren Fahrermangel im öffentlichen Verkehr ist es entscheidend, neue Mobilitätslösungen voranzubringen. Das sichert verlässliche Angebote im städtischen wie im ländlichen Raum und ermöglicht Mobilitätsfreiheit für alle, auch mobilitätseingeschränkte Menschen«, sagt Philipp Franke, Abteilungsleiter im Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg.
Ein Baustein für die Zukunft
Mit dem Start des Realbetriebs wird eine entscheidende Hürde auf dem Weg zum flächendeckenden Einsatz autonomer Kleinbusse im ÖPNV in Deutschland genommen, denn bislang fehlen Anwendungen im echten Betrieb außerhalb von Teststrecken. »Das Projekt IZSMO liefert damit erstmalig einen wegweisenden Baustein für die zukünftige Typenzulassung autonomer Shuttles im öffentlichen Nahverkehr«, betont Christopher Legner, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Hochschule Esslingen.
Ein eigener Mobility Hub und Fahrgemeinschaften fördern
Ein Teil der knapp 700 Pkw-Stellplätze auf dem Fraunhofer-Gelände wird zudem zum sogenannten Mobility Hub umgewandelt. Dort stehen künftig kostenlose Sharing-Fahrräder, ein Hopper (ein zweisitziges Kabinenfahrrad mit Kofferraum), Lastenräder und E-Scooter, Abstellflächen für private Fahrräder, eine Ladeinfrastruktur für Mikromobilität, eine Fahrradservicestation sowie smarte Schließfächer für Helme und Taschen bereit. Eine klare Wegeführung und digitale Informationsdisplays mit Echtzeit-Informationen erleichtern die Nutzung der neuen Angebote. Neben neuen Mobilitätsformen setzt das Projekt auf die systematische Förderung von Fahrgemeinschaften: Reservierte Stellplätze und die Plattform »Stuttgart fährt mit« unterstützen die Bildung von Fahrgemeinschaften unter den Mitarbeitenden.