»Quantencomputing ist keine Zukunftsmusik mehr – aber für viele Unternehmen fühlt es sich noch so an«, erklärt Dr. Walter Hahn, Projektkoordinator am Fraunhofer IAF. »INQUBATOR schließt genau diese Lücke: Wir geben Unternehmen einen praktischen Zugang zu echtem Quantencomputing und begleiten ihren eigenen Use-Case, damit die Technologie dort wirkt, wo sie gebraucht wird: in der Praxis.«
Quantencomputing testen – ohne eigenen Quantencomputer
Ab sofort können sich Unternehmen mit ihren Anwendungen für den offenen Call for Use- Cases bewerben – Vorwissen oder eigene Hardware sind nicht erforderlich. Im Projekt arbeiten die Forschungspartner für die teilnehmenden Unternehmen auf State-of-the-Art-Quantencomputern verschiedener internationaler Hersteller, was zudem den direkten Vergleich unterschiedlicher Hardwareplattformen für die erarbeiteten End-to-End-Ansätze ermöglicht. Dabei profitieren sie von der gebündelten Expertise der beteiligten Fraunhofer-Institute – durch individuelle Beratung und die gemeinsame Erarbeitung konkreter Verwertungsperspektiven für den jeweiligen Anwendungsfall.
Die Einreichungsphase endet am 31. August 2026. Anschließend werden mindestens vier Use-Cases zur gemeinsamen Bearbeitung über einen Zeitraum von ca. zehn Monaten ausgewählt. Für jeden Use-Case wird ein individueller Verwertungsplan erarbeitet.
»Insbesondere für Unternehmen, die bislang kein Quantencomputing nutzen, eröffnet INQUBATOR die Chance, eigene Problemstellungen einzubringen und langfristig komplexe Aufgaben gemeinsam effizient zu lösen«, betont Dr. Walter Hahn. Im Mittelpunkt stehen besonders vielversprechende Quantenalgorithmen, die auf aktuellen Systemen erprobt und im wirtschaftlichen Kontext validiert werden.
Über INQUBATOR
Quantencomputing bietet enormes Potenzial, doch der Einstieg bleibt für viele Unternehmen eine hohe Hürde. INQUBATOR, das Beratungs- und Testzentrum für Quantencomputing von Fraunhofer, setzt genau hier an: Im Rahmen des Projekts bearbeiten die beteiligten Fraunhofer-Institute IAO, IAF, IPA und ITWM vier initiale Use-Cases aus den Bereichen Medizin, Cyber-Sicherheit, Versicherungswirtschaft und Automobilindustrie – entwickelt gemeinsam mit ausgewählten Industriepartnern. Im nächsten Schritt soll das Projekt um mindestens vier weitere Use-Cases – und damit um neue Industriepartner – erweitert werden.
Das Projekt wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt BMFTR unter dem Förderkennzeichen 13N17420 gefördert.