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Trendstudie Bank und Zukunft 2012 © Rob - Fotolia.com

Kundennähe und der Einsatz neuer Technologien versprechen zukünftige Marktpotenziale

Über 340 Teilnehmer aus Finanzinstituten aller Bankengruppen in Deutschland haben sich an der Trendstudie »Bank und Zukunft 2012« beteiligt und aktuelle Herausforderungen sowie strategische Investitionsfelder für die Zukunft bewertet. Das Fraunhofer IAO hat die Studie am 5. Juli auf einer mit der IBM organisierten Bankenfachtagung in Stuttgart vorgestellt.

Mit der im Jahr 2005 initiierten Bankentrendstudie »Bank und Zukunft« hat das Fraunhofer IAO im Rahmen des gleichnamigen Innovationsforums ein Instrument eingeführt, das sich im Bankenmarkt schnell als Trendbarometer etabliert hat. Die Ergebnisse der aktuellen Studie zeigen, dass unter den Teilnehmern der Befragung eine positive Grundstimmung in Bezug auf die zukünftige Entwicklung der Geschäftstätigkeit herrscht. Die Erfüllung regulatorischer Auflagen nimmt allerdings immer mehr Zeit in Anspruch, schränkt das Tagesgeschäft ein und bindet vorhandene Kapazitäten. Dies wiederum geht meist zu Lasten von Innovationsvorhaben, die für das langfristige Überleben der Finanzinstitute aber dringend notwendig sind. Besonders in den Bereichen »Kundenorientierung und -nähe« sowie »Einsatz neuer Technologien« sehen die Befragten Handlungsbedarf.

Wie können Banken ihre Kunden besser kennenlernen und vorhandene Informationen über diese adäquat nutzen? Eine Möglichkeit dazu bieten soziale Netzwerke. Für die technische Erschließung dieser Informationen bieten sich z.B. Data-Mining-Verfahren für »Social Network Analysen« an, mit deren Hilfe man vielfältige Informationen über Kunden und deren Bedürfnisse erkennen und analysieren kann. Die Studie zeigt, dass derzeit knapp ein Drittel der Befragten diesen Anwendungen eine hohe bzw. sehr hohe Bedeutung zuschreibt, allerdings weniger als zehn Prozent der Studienteilnehmer entsprechende Lösungen im alltäglichen Geschäft einsetzen. Um Kunden künftig stärker in die Wertschöpfungsstrukturen und Innovationsprozesse der Banken einzubinden, gilt es außerdem traditionelle Geschäftsmodelle und Strategien zu erweitern. Derzeit schätzen nur 12 Prozent der teilnehmenden Banken zukünftiges Marktpotenzial in einem kombinierten Angebot von Bank- und Nichtbankprodukten. Dagegen bewerten mehr als drei Viertel kundenindividuelle Lösungen, die im Rahmen von Beratungsgesprächen konfiguriert werden, mit einer hohen bzw. sehr hohen Relevanz. Diese umfassen dabei neben innovativen Services im Internet zunehmend die Bereitstellung von Lösungen im Bereich des Mobile Banking. Aktuell noch brach liegende Potenziale zur Optimierung der Bank-Kunde-Interaktion wollen die Banken zukünftig durch den Einsatz von Anwendungen des Web 2.0 bzw. Web 3.0 heben.

Das langfristige Überleben und die Wettbewerbsfähigkeit von Banken werden also zukünftig davon abhängen, ob diese es schaffen, nachhaltig in Kunden und Kundenbeziehungen zu investieren und die vorhandene Basis schnellstmöglich weiter ausbauen.

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