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build4future: Visionen für die Bauwirtschaft in Südtirol

Die Bauwirtschaft ist eine der Schlüsselindustrien für die Binnenwirtschaft und zugleich einer der größten Wirtschaftszweige in Italien und Europa. Aktuell eröffnet die Debatte um das Thema Umwelt und die damit verbundene Forderung nach mehr Nachhaltigkeit enorme Chancen für die Baubranche. Denn als ein wesentlicher Mitverursacher von Emissionen (v.a. CO2, Abwasser, Müll) ist der Immobilien- und Bausektor ein wesentlicher Adressat nachhaltiger Lösungskonzepte. Durch diesen wachsenden Sanierungs- und Modernisierungsbedarf in den nächsten Jahren und den bisherigen großen Investitionsrückstand in Baumaßnahmen wird der Bauwirtschaft eine große Hebelwirkung zuteil.

In Südtirol herrschen grundsätzlich gute Voraussetzungen für einen florierenden Bausektor. Dazu zählt nicht zuletzt das gute technische Know-how der vorwiegend kleinen und mittleren Bauunternehmen. Jedoch steht die Südtiroler Bauwirtschaft gegenwärtig vor der Aufgabe, ihre Kostennachteile gegenüber (EU-)Konkurrenten, die im Vergleich ein deutlich geringeres Lohnniveau haben, wettzumachen. Da die Unternehmen jedoch nur bedingt Einfluss auf die Personalkosten nehmen können, muss der Weg zum wirtschaftlich-nachhaltigen Bauen über effiziente Prozessstrukturen und technisch-organisatorische Innovationen, sowohl in den Bauprozessen als auch in der gesamten Bauabwicklung führen. Baufirmen beschäftigen sich klassischerweise überwiegend mit Innovationen im Rahmen ihrer Kernkompetenzen und beginnen erst seit einigen Jahren, die enormen Potenziale zu erkennen, die in der Verbesserung der Prozessabläufe und der Optimierung der Zusammenarbeit zwischen Planern, Konstrukteuren, Kaufleuten und Dienstleistern auf der Baustelle verborgen liegen. Aktuelle Studien belegen hier Kosten- und Zeiteinsparungspotenziale von über 30%. So ist z. B. die Zusammenarbeit zwischen der Planung und Ausführung in der Praxis oftmals stark sequenziell geordnet. Dadurch ist ein sehr langer Planungsvorlauf erforderlich, der bei vielen Bauprojekten nicht in ausreichendem Maße vorhanden ist. Diese Vorgehensweise schlägt sich besonders im Bereich der Planungsflexibilität nieder, da die manuelle Versionsverwaltung über die verschiedenen Modellstufen hinweg aufwändig und nur schwer zu koordinieren ist.

Um sich für die Zukunft zu rüsten und diesen Herausforderungen mit adäquaten Maßnahmen und Strategien zu begegnen, hat man in Südtirol das Projekt build4future ins Leben gerufen, das die Entwicklung und Implementierung einer ökologischen und wirtschaftlichen Wertschöpfungskette Bau zum Ziel hat. Vor diesem Hintergrund startete Anfang 2011 das Projekt build4future als Forschungsverbund mit elf Unternehmen des Südtiroler Bausektors. Eine öffentliche Förderung von etwa 50 Prozent der Gesamtaufwände erhält das Projekt durch die Provinz Bozen-Südtirol. In einem ersten Schritt wird bis Ende 2011 in umfassenden Vorstudien zunächst die Ausgangssituation der Südtiroler Unternehmen im Bau- und Baunebengewerbe ermittelt sowie eine Vision für eine zukunftsfähige Baubranche entwickelt. Im anschließenden Hauptprojekt entwickeln die Projektpartner auf dieser Basis konkrete Methoden und Werkzeuge, die den Übergang vom IST- zum SOLL Zustand ermöglichen sollen. Am Projekt beteiligt sind auch Experten des Fraunhofer IAO, die ihr umfangreiches Know-how aus vergleichbaren Projekten rund um die Zukunft des Bauens einbringen. In der abschließenden Projektphase stehen schließlich die gemeinsam entwickelten Lösungsansätze auf dem Prüfstand: Anhand eines prototypischen Bauprojekts, bei dem das »Südtiroler Haus der Zukunft« entstehen soll, werden die neuen Konzepte getestet und evaluiert.

Das Projektkonzept und erste Forschungsergebnisse präsentiert das Forscherteam bereits Anfang April im Rahmen der internationalen Konferenz Design for Civil and Environmental Engineering DCEE in Südkorea.

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