Kontakt

  • Juliane Segedi


    Juliane Segedi

    Marketing und Kommunikation

    mehr

    Fraunhofer IAO
    Nobelstraße 12
    70569 Stuttgart, Germany

    • Telefon +49 711 970-2124
Zentrum für Virtuelles Engineering (ZVE) Foto: Christian Richters, © Fraunhofer IAO, UNStudio, ASPLAN

Fraunhofer IAO eröffnet bei Festakt mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann den Neubau »Zentrum für Virtuelles Engineering ZVE«

Über 200 geladene Gäste aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft feierten am 20. Juni 2012 die Eröffnung des »Zentrum für Virtuelles Engineering (ZVE)« des Fraunhofer IAO in Stuttgart. Ministerpräsident Winfried Kretschmann würdigte in seiner Rede die Fraunhofer-Institute und das ZVE, das von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen DGNB mit dem DGNB Zertifikat in Platin ausgezeichnet wurde.

»Die Fraunhofer-Gesellschaft ist ein unverzichtbarer Bestandteil des deutschen Innovationssystems und ein starker Impulsgeber für unsere kleinen und mittleren Unternehmen im Land. Mit dem neuen Zentrum wird das IAO, wie schon so oft, Vorreiter sein«, so Ministerpräsident Winfried Kretschmann. »Ohne die Technologieführerschaft können sich unsere Unternehmen im Wettbewerb nicht behaupten und wir unseren Wohlstand in Baden-Württemberg nicht sichern. Gute Bildung und leistungsfähige Forschungseinrichtungen sind daher wichtige staatliche Aufgaben und Schwerpunkte unserer Landespolitik«.

Das vom Stararchitekten Ben van Berkel entworfene Laborgebäude setzt in vielerlei Hinsicht Maßstäbe. Das Gebäude besticht äußerlich durch seine eindrucksvolle Architektur und ist innen mit zukunftsweisenden Laboren und Bürowelten ausgestattet. Institutsleiter Prof. Dieter Spath erläuterte die Wechselwirkung zwischen Arbeitsstätte und Forschungstätigkeit: »Mit dem ZVE zeigen wir, dass die richtige Arbeitsumgebung nicht nur Produktivität und Effektivität, sondern auch Kreativität und Ideen fördert.«

Aufgrund vorbildlicher Effizienz, Umweltfreundlichkeit und Ressourcenschonung erhielt das ZVE bei der Eröffnung nun das DGNB Zertifikat in Platin, für besonders nachhaltiges Bauen.

Der Nachhaltigkeitsaspekt spielt auch für die Forschungsarbeiten im ZVE eine große Rolle, wie sich Ministerpräsident Winfried Kretschmann bei seinem Rundgang überzeugen konnte: »Im Zuge der Energiewende und der notwendigen Veränderungen unseres Mobilitätssystems werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hier am Fraunhofer-Standort in Stuttgart besser als je zuvor daran arbeiten können, die Arbeitswelt und Siedlungssysteme der Zukunft zu verstehen und bewältigen zu können«. Finanziert wurde das 14 Millionen-Projekt je zur Hälfte von Bund und Land, wobei auf Landesseite die Finanzierung aus der Zukunftsoffensive III (Mittel der Baden-Württemberg Stiftung) erfolgte. Etwa vier Millionen Euro davon flossen in die Erstausstattung.

»Der nachhaltige Umbau unserer Städte bringt neue Herausforderungen bei Energie- und Wasserversorgung, Infrastruktur, Entsorgung und Mobilität mit sich«, sagte Hans-Jörg Bullinger, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft. »Das Fraunhofer IAO hat mit dem ZVE die ideale Forschungsumgebung dafür geschaffen, neue Lösungen für die Aufgaben in den Bereichen »Urban Living« und »E-Mobility« zu finden.«

Forschungs-Plattform für übermorgen

Konzipiert als Plattform für die Erforschung, Entwicklung und Erprobung von Virtual Reality-Technologien und innovativen Arbeits- und Bürokonzepten verfügt das Gebäude über mehr als 3200 qm Nutzfläche, wobei zwei Drittel davon für Labore und Demonstrationszentren genutzt werden. »Wir schaffen neue Welten, in denen man innovationsfokussiert arbeiten kann und sich wohl fühlt«, so Dr. Wilhelm Bauer, dessen Vision für ein »Haus der Wissensarbeit« maßgeblich für die Konzeption des Institutsneubaus war und der im Zuge der Eröffnungsfeierlichkeiten anlässlich des 60-jährigen Landesjubiläums zum »Übermorgenmacher« gekürt wurde.

Laborausstattung und Büroinfrastruktur auf internationalem Spitzenniveau

Die Fraunhofer-Wissenschaftler erforschen im ZVE interdisziplinär die Grundlagen für wichtige Themen wie Morgenstadt, Mobilität der Zukunft, visuelle Technologien und digitales Engineering.

Für die Entwicklung und Erprobung verschiedener Innovationen stehen mit neuester Technik ausgestattete Labore zur Verfügung:

Pilotforschung am eigenen Objekt

Von Anfang an waren Experten des Fraunhofer IAO in interdisziplinären Projektteams mit den Architekten und Fachplanern an der Konzeption und Umsetzung des Neubaus beteiligt.

»Wir haben den Planungs- und Bauprozess des Gebäudes kontinuierlich dafür genutzt, unser wissenschaftliches Know-how in den Bereichen Virtual Engineering und Workspace Innovation einzusetzen und zu vertiefen. So sind im Rahmen des Bauprozesses sogar verschiedene Forschungsprojekte entstanden, z.B. im Bereich der Beleuchtungstechnik«, erläuterte Prof. Spath in seinem Grußwort zur Eröffnung.

DGNB-PLATIN für Nachhaltigkeit

In Sachen Nachhaltigkeit konnte das neue Gebäude zahlreiche Pluspunkte sammeln: Das Energiekonzept basiert auf einer Geothermieanlage mit mehreren 170 m langen Erdsonden– diese liefern im Sommer Kälte und im Winter Wärme. In die Decken eingelassene Kühlschlangen sorgen durch die sogenannte »Betonkernaktivierung« für die Klimatisierung. »Hohlkörperdecken«, also in Beton eingebettete, luftgefüllte Kugeln, machen die Decken leicht, ohne ihre Tragfähigkeit zu mindern. Innovative Gebäudeautomatisierung regelt auch Wärme, Kälte, Lüftung und Licht. Der Tank der Sprinkleranlage wird als Energiespeicher für Abwärme aus dem Gebäude genutzt, z. B. von den Rechnerräumen oder den Hochleistungsprojektoren der Virtual-Reality-Labore. Ein Energiemess- und -monitoringsystem analysiert die Wirkung der verschiedenen Maßnahmen.

Dr. Christine Lemaitre, Geschäftsführerin der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen DGNB, begründete bei der Zertifikatsverleihung am Vormittag die besondere Auszeichnung: »Das ZVE setzt ein sichtbares Zeichen für attraktives und nachhaltiges Bauen. Das DGNB Zertifikat in Platin zeichnet Gebäude aus, die mindestens 80 Prozent der möglichen Punktzahl im Rahmen unserer Prüfung erreichen. Dabei spielt neben Umweltfreundlichkeit und hoher Qualität in Planung und Bau auch der Komfort für die Nutzer eine gewichtige Rolle. Das ZVE hat diese Aufgabe intelligent und ideenreich gelöst – zu dieser Leistung gratulieren wir ganz herzlich.«

Balance zwischen Büros, Labors und öffentlichen Zonen

Als Vertreter der beiden beteiligten Architekturbüros ASPLAN und UNStudio, erläuterte Prof. Ben van Berkel von UNStudio, die Vision des ZVE: »Das ZVE des Fraunhofer IAO wurde als neuartiger Prototyp konzipiert, der zeigen soll, wie man das zeitgenössische Konzept des Arbeitsplatzes architektonisch umsetzen und so zu neuen Arbeitsmethoden für die Zukunft anregen kann. Die traditionelle Gliederung von Bürogebäuden in Einzelbüros wird weitgehend ersetzt durch ineinander fließende Arbeitsräume mit vielfältigen Sichtbezügen, Bereichen für spontane Treffen und geplante Besprechungen und flexiblen »Versuchsbüros« mit gemeinschaftlich genutzten Arbeitsplätzen. Kommunikation ist der Schlüssel für neue Arbeitsabläufe und wir haben das ZVE des Fraunhofer IAO so gestaltet, dass es diese auf allen Ebenen durch Architektur fördert.«

Leopold Horinek von ASPLAN zeigte sich beeindruckt von der Begeisterungsfähigkeit der ZVE-Nutzer, schon von der ersten Skizze an : »Auch wir haben uns sofort mitreißen lassen, uns mit Begeisterung auf dieses neue Abenteuer einzulassen, uns dieser Herausforderung zu stellen, aus virtueller Realität gebaute Wirklichkeit werden zu lassen.«

Die Ansprachen fanden sozusagen unter freiem Himmel statt, nämlich unter dem von Fraunhofer-Lichtexperten entwickeltem »Virtual Sky«, der im Auditorium des Gebäudes für natürliches Tageslicht sorgt. Dieses sowie andere innovative Highlights erkundeten die Gäste des Festakts am Nachmittag der Eröffnung.

Liste der an Bau und Ausstattung beteiligten Unternehmen

Lesezeichen setzen bei 
  • TwitThis
  • Facebook
  • Digg
  • del.icio.us
  • Yigg
  • LinkArena
  • Webnews.de
  • stumbleupon
  • tumblr