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LIGHTest - Globale Vertrauensinfrastruktur

Einfache Überprüfung elektronischer Transaktionen

Am 1. September 2016 startete das von der europäischen Union geförderte Projekt »LIGHTest«. Es ist auf drei Jahre angesetzt und zielt darauf ab, eine globale domänenübergreifende Vertrauensinfrastruktur zu schaffen. Mit LIGHTest sollen elektronische Transaktionen einfach und transparent überprüfbar werden.

Immer mehr kritische Transaktionen werden heute über das Internet abgewickelt. Aber sind die virtuellen Identitäten wirklich, was sie vorgeben? Das von der EU geförderte Projekt LIGHTest setzt genau dort an, indem es eine globale Vertrauensinfrastruktur schafft. Sein Ziel ist, eine Lösung bereitzustellen, mit der sich rechtmäßige von betrügerischen Identitäten unterscheiden lassen. Dies ist maßgeblich, um effiziente elektronische Transaktionen für verschiedenste Anwendungen einzuführen – von der einfachen Prüfung elektronischer Signaturen über eProcurement, eJustice, eHealth und Strafverfolgung bis hin zur Untersuchung, ob Sensoren und Geräte im Internet der Dinge vertrauenswürdig sind.

Da man seine Geschäftspartner früher oft persönlich kannte, waren Identitätserschleichung und Betrug eher selten. Heute werden elektronische Transaktionen im europäischen Binnenmarkt wie auch weltweit jedoch immer alltäglicher. Daher ist es unentbehrlich, die Identität des Transaktionspartners zu prüfen. Hier ist eindeutig die Unterstützung der Behörden oder anderer Prüfstellen gefragt, um elektronische Identitäten zu zertifizieren. Einen Präzedenzfall gibt es bereits: Die Europäische Kommission und ihre Mitgliedstaaten führten rechtsverbindliche elektronische Unterschriften ein. Doch wie lassen sich Abfragen bei solchen Prüfstellen sicher abwickeln? Wenn es darum geht, »trust information«, also kritische Daten, die von einer Vertrauensinstanz verifiziert werden müssen, zu veröffentlichen und abzufragen, würde dies derzeit mangels eines weltweiten Standards alles verkomplizieren und dazu führen, dass Prüfstellen mit vielen verschiedenen Formaten und Protokollen arbeiten müssten.

Vertrauenssache

LIGHTest will dieses Problem mit einer globalen Vertrauensinfrastruktur lösen, über die unabhängige Behörden ihre »trust information« veröffentlichen können. Eine solche globale Infrastruktur aufzubauen, ist ein ehrgeiziges Ziel. Aufgrund der bestehenden Infra-, Governance- und Organisationsstrukturen sowie Sicherheitsstandards des Domain Name Systems (DNS) des Internets können wir aber zuversichtlich sein, dieses Ziel zu erreichen. Wie Handelsregisterführer und Behörden in den Bereichen Gesundheit, Strafverfolgung und Justiz können die Europäische Kommission und ihre Mitgliedstaaten dann über die Infrastruktur Listen zertifizierter vertrauenswürdiger Dienste veröffentlichen. Im Privatbereich fördert die Infrastruktur Vertrauen beim Interbankengeschäft, internationalen Handel, Gütertransport, bei der Reputation von Unternehmen und bei Bonitätsprüfungen. Unternehmen, Behörden und die Öffentlichkeit können mit der Open-Source-Software LIGHTest »trust information« für einfache signierte Dokumente ebenso wie für komplexe Transaktionen auf Glaubwürdigkeit prüfen.

Globale Partnerschaft

LIGHTest startete am 1. September 2016, ist auf drei Jahre angelegt und soll knapp neun Millionen Euro kosten. Das Projekt wird durch das EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation, Horizon 2020, unter der Fördernummer 700321 finanziert. Das LIGHTest-Konsortium umfasst 14 Partner aus neun europäischen Ländern und wird von der Fraunhofer-Gesellschaft koordiniert. Um über die Grenzen Europas hinauszugehen, will LIGHTest eine globale Community auf Basis von Open-Source-Software und internationalen Standards aufbauen.

Zu den Partnern zählen ATOS (ES), Time Lex (BE), die Technische Universität Graz (AT), EEMA (BE), G&D (DE), Dänemarks Technische Universität (DK), TUBITAK (TR), die Universität Stuttgart (DE), Open Identity Exchange (GB), NLNet Labs (NL), CORREOS (ES), IBM Danmark (DK) und Globalsign (FI). Das Fraunhofer IAO ist für die Ziele, die Architektur, das Management und die technische Koordination des Projekts zuständig.

Weitere Informationen

This project has received funding from the European Union's Horizon 2020 research and innovation programme under G.A. No. 700321

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