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Elektrische Lieferfahrzeuge im Stadtverkehr © Deutsche Post DHL Group und Fraunhofer IAO

Elektrische Lieferfahrzeuge im Stadtverkehr können wirtschaftlich und stadtverträglich sein

Umweltfreundlich und zugleich kostengünstig? Zumindest für elektrische Fahrzeuge schien diese Kombination bis jetzt schwer zu vereinen. Das Fraunhofer IAO zeigt in Ergebnissen des vierjährigen Schaufensterprojekts »Urbaner Logistischer Wirtschaftsverkehr«, dass elektrische Lieferfahrzeuge mit herkömmlichen Fahrzeugen auch wirtschaftlich mithalten können.

Die zunehmende Urbanisierung bremst Lieferfahrzeuge aus, die Unternehmen und Privathaushalte mit Waren und Gütern beliefern wollen. Insbesondere in Ballungsräumen wächst die Herausforderung, eine stetig steigende Anzahl von Sendungen möglichst umweltfreundliche auszuliefern. Vor vier Jahren hat das Fraunhofer IAO in Kooperation mit den drei großen Paketdienstleistern Deutsche Post DHL Group, DPD und UPS im Rahmen der von der Bundesregierung geförderten Initiative Schaufenster Elektromobilität das Projekt »Urbaner Logistischer Wirtschaftsverkehr« ins Leben gerufen, um dieser Problematik entgegenzuwirken. Im Projekt haben die Partner in drei Städten Baden-Württembergs untersucht, welche Potenziale sich aus einer Elektrifizierung des innerstädtischen Lieferverkehrs ergeben.

Leichte Fahrzeuge schon wirtschaftlich, schwere noch nicht

Im Rahmen der Ergebniskonferenz des Schaufensterprogramms auf der Leipziger Messe wurden die Ergebnisse des vierjährigen Forschungsprojekts vorgestellt. Inwieweit rentieren sich elektrifizierte Lieferfahrzeuge und können sie mit den herkömmlich angetriebenen Fahrzeugen auf dem Markt konkurrieren? Um diese Frage beantworten zu können, wurde zunächst eine umfangreiche Lebenszykluskosten-Analyse für alle eingesetzten Fahrzeugtypen mit Daten der Unternehmen durchgeführt. Das Ergebnis: Bereits heute können die leichteren Gewichtsklassen mit den Diesel-Referenzfahrzeugen mithalten, wenn entsprechende Großflotten-Rabatte korrigiert und die gesamte Nutzungsdauer betrachtet werden. Schwere Nutzfahrzeuge sind jedoch noch weit davon entfernt, wirtschaftlich zu sein. In unterschiedlichen Szenarien wurde darüber hinaus untersucht, wie sich rechtliche Anreizmaßnahmen zu Gunsten von elektrischen Lieferfahrzeugen auf die Wirtschaftlichkeit der Gesamtflotten bei den Unternehmen auswirken. Die Analysen ergaben, dass die Verkehrsströme durch geeignete Nutzung sowie veränderte Fuhrparkzusammensetzung der drei betrachteten Unternehmen entzerrt werden können. Setzen Unternehmen die elektrischen Lieferwagen unter planbaren und wiederkehrenden Bedingungen ein, können nicht nur Emissionen reduziert werden, sondern auch operative Kosten bei der Zustellung. So können durch gezielte Anreizmaßnahmen auch bis zu dreimal höhere Anschaffungskosten für E-Lieferfahrzeuge durch geringere Gesamtbetriebskosten des Fuhrparks kompensiert werden. Welches Potenzial aus elektrisch betriebenen Lieferfahrzeugen geschöpft werden kann, bekräftigt auch Projektleiter Steffen Raiber: »Die Belieferung von Innenstädten stellt ein ideales Anwendungsfeld für Elektromobilität dar, das bestätigen die Ergebnisse. Jetzt ist es wichtig, weitergreifende elektromobile Zustellkonzepte zu entwickeln.«

Pilotprojekt logSPAZE folgt

Genau hier führt das Anschlussprojekt »logSPAZE« die Arbeiten weiter: Anfang Juni startet das Pilotprojekt, um alternative Zustellkonzepte zu entwickeln. Das Vorhaben wird von der Stadt Stuttgart und der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart unterstützt.

Schaufenster Elektromobilität LivingLab BWe mobil

Die Bundesregierung hat im April 2012 vier Regionen in Deutschland als „Schaufenster Elektromobilität“ ausgewählt und fördert hier auf Beschluss des Deutschen Bundestags die Forschung und Entwicklung von alternativen Antrieben. Insgesamt stellt der Bund für das Schaufensterprogramm Fördermittel in Höhe von 180 Millionen Euro bereit. In den groß angelegten regionalen Demonstrations- und Pilotvorhaben wird Elektromobilität an der Schnittstelle von Energiesystem, Fahrzeug und Verkehrssystem erprobt.
Im baden-württembergischen Schaufenster LivingLab BWe mobil erforschen mehr als 100 Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und öffentlicher Hand Elektromobilität in der Praxis und werden dabei zusätzlich vom Land Baden-Württemberg und von der Region Stuttgart in hohem Maße durch eigene Fördermittel unterstützt. Das Projekt Urbaner Logistischer Wirtschaftsverkehr ist eines von rund 40 Projekten im LivingLab BWe mobil, das für einen systemischen Ansatz mit ineinandergreifenden Projekten steht, die Elektromobilität vom E-Bike über den E-PKW bis hin zum elektrischen Transporter und Plug-in-Linienbussen für jedermann erfahrbar machen. Die Projekte adressieren Fragestellungen zu Intermodalität, Flotten und gewerblichen Verkehren, Infrastruktur und Energie, Wohnen und Elektromobilität, Stadt- und Verkehrsplanung, Fahrzeugtechnologie, Kommunikation und Partizipation sowie Ausbildung und Qualifizierung. Koordiniert wird das LivingLab BWe mobil durch die Landesagentur für Elektromobilität und Brennstoffzellentechnologie e-mobil BW GmbH und die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS).

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