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Dienstleistungen für Elektromobilität © Iakov Kalinin – Fotolia.com

Fraunhofer IAO präsentiert Modell zur Dienstleistungsentwicklung für die Elektromobilität

Auf der RESER-Konferenz in Kopenhagen hat das Fraunhofer IAO der Dienstleistungsforschungs-Community erstmals ein Service-Engineering-Referenzmodell für das Anwendungsfeld der Elektromobilität präsentiert. Das Modell soll Unternehmen künftig dabei unterstützen, systematisch neue Dienstleistungen und Geschäftsmodelle zu entwickeln sowie zu vermarkten.

Elektrofahrzeuge sind auf dem deutschen Markt noch nicht etabliert. Förderprojekte fokussieren vor allem die technische Entwicklung; wenig beachtet werden bislang jedoch Services und Geschäftsmodelle im Bereich der Elektromobilität. Dabei sind gerade für die Fahrzeuge der Zukunft begleitende Serviceangebote essenziell für den Markterfolg.

Modell hilft, neue Dienstleistungen für Elektromobilität zu entwickeln

Im Projekt DELFIN erarbeiten zwei Wissenschaftlerinnen des Fraunhofer IAO daher ein praxistaugliches Innovationsmodell. Dieses unterstützt Unternehmen auf vielfältige Weise, nutzerfreundliche Dienstleistungen für den elektromobilen Markt zu entwickeln: Zum einen hilft es, Kunden und Elektromobilitätsnutzer zu unterscheiden und systematisch in den Entwicklungsprozess einzubinden. So können Unternehmen die Akzeptanz ihrer Elektromobilitätsangebote verbessern. Ein intelligenter Konfigurationsmechanismus ermöglicht es, das Vorgehensmodell, die Organisation der Entwicklung sowie die eingesetzten Methoden und Tools flexibel und einfach an den Entwicklungskontext anzupassen. Darüber hinaus erlaubt das Vorgehensmodell ein integriertes Design von Geschäftsmodell und Dienstleistungskonzept.

Über das Vorgehensmodell hinaus beschreiben die Wissenschaftlerinnen Sabrina Cocca und Michaela Friedrich, wie dieses an die Ideen- und Strategieentwicklung des Unternehmens gekoppelt werden kann. »Damit wollen wir insbesondere Unternehmen unterstützen, die neu auf dem Elektromobilitätsmarkt sind«, so die Forscherinnen. Das Innovationsmodell umfasst außerdem Rollenmodelle und Hilfestellungen für ein agiles Management von Entwicklungsprojekten für Dienstleistungen. Das ermöglicht kurze, aufeinander abgestimmte und parallele Entwicklungszyklen sowie einen engen Austausch mit zahlreichen Akteuren – was in dem stark vernetzten Elektromobilitätsmarkt extrem wichtig ist. »Ein kompakter Katalog an fundierten Methoden und Tools befähigt Unternehmen, Elektromobilitätsdienstleistungen in der Praxis zu entwickeln«, so die IAO-Wissenschaftlerinnen. An Beispielen aus der Unternehmenspraxis wird schließlich das gesamte Vorgehen durchlaufen und anschaulich erklärt.

Empfehlungen und Leitfaden für Anbieter geplant

Das Modell basiert auf einer umfangreichen Analyse von 250 Förderprojekten zur Elektromobilität, der DELFIN-Expertenstudie, einer Auswertung von 85 Methoden der Nutzeranalyse und -integration, internationalen Fallstudien sowie einer grundlegenden Literaturrecherche. Mit dem Feedback der Konferenzteilnehmer zum neuen Service-Engineering-Referenzmodell werden Cocca und Friedrich ihr Modell weiterentwickeln. Darüber hinaus befragen sie ab Anfang 2016 Nutzerinnen und Nutzer zu Faktoren wie Nutzerorientierung, Konfigurierbarkeit, agiler Ausgestaltung des Dienstleistungsentwicklungsprozesses, zu eingesetzten Methoden und Tools sowie zur Organisation der Dienstleistungsentwicklung. Nach einem Praxistest sollen Empfehlungen für die Entwicklung neuer Dienstleistungen und Geschäftsmodelle im Bereich der Elektromobilität formuliert und ein Leitfaden für den praktischen Einsatz des konfigurierbaren, agilen Innovationsmodells erstellt werden.

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