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EcoGuru Ludmilla Parsyak, © Fraunhofer IAO

Projekt InFlott – Integriertes Flottenladen startet Pilotbetrieb des Fraunhofer-Fuhrparks in Stuttgart

Wie lassen sich elektromobile Fuhrparkflotten ökonomisch und ökologisch optimal betreiben? Dieser Frage geht das Fraunhofer IAO sowie das kooperierende Institut für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement IAT der Universität Stuttgart gemeinsam mit der EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Energy Solution Center (EnSoC e.V.), GIGATRONIK Stuttgart GmbH, Parkraumgesellschaft Baden-Württemberg mbH, SWARCO Traffic Systems GmbH und der Universität Stuttgart im Projekt InFlott – Integriertes Flottenladen nach. Mit »EcoGuru« steuert ab sofort eine intelligente Software den Einsatz des Fraunhofer-Fuhrparks – vom Buchen bis zum Laden der Fahrzeuge.

Um sich in der Breite durchzusetzen, muss Elektromobilität zukünftig nicht nur umweltschonend, wirtschaftlich und praktikabel sein, sondern auch Anreize schaffen. Wie sich diese unterschiedlichen Ziele in elektromobilen Fuhrparkflotten umsetzen lassen, untersucht das Fraunhofer IAO zusammen mit EnBW, Enscoc, Swarco, PWB und Gigatronik im Projekt InFlott – Integriertes Flottenladen, einem von 40 Forschungsprojekten des Schaufensters LivingLab BWe mobil. Die Basis dafür bildet ein integriertes Flotten- und Lademanagement, das die Projektpartner gemeinsam entwickeln, um dieses anschließend in den Landesfuhrparks zu evaluieren.

»EcoGuru« erkennt und belohnt grünes Fahrverhalten

Mit dem Start des intelligenten Mobilitätsmanagementsystems »EcoGuru« im Fraunhofer-Forschungsfuhrpark Stuttgart ist nun das Herzstück des Projekts InFlott in den Testbetrieb gegangen. EcoGuru ist eine Software, die alle Daten aus den Fahrzeugen und Ladesäulen in Echtzeit erfasst und auswertet. Telematik-Einheiten in den Fahrzeugen liefern beispielsweise Informationen zum Batterieladezustand, zum aktuellen Energieverbrauch oder zur verbleibenden Restreichweite. Auf Basis dieser Informationen bietet das System dem Fahrer über spielerisch gestaltete Prozesse genau die Fahrzeuge an, die sowohl dessen Anforderungen abdecken als auch die umweltschonendste Alternative darstellen. Für umweltbewusste Entscheidungen gibt es Punkte, die der Fahrer z. B. für »Corporate Car Sharing« eintauschen darf, d.h. er kann sein Lieblingsfahrzeug der Flotte privat nutzen. Kavivarman Sivarasah, der das EcoGuru-System am Fraunhofer Anwendungszentrum KEIM entwickelt hat, verdeutlicht die Vorteile der Software: »Vergleichbar zu einem Smartphone können Apps wie Energiemanagement, Flottenmanagement oder zukünftig auch ein ÖPNV-Mobilitätsmix in die EcoGuru-Benutzerschnittstelle integriert werden. Je nachdem, ob man sich als Flottenmanager, Energiemanager, Administrator oder Mitarbeiter einloggt, sind spezielle Apps für das entsprechende Nutzerprofil zugänglich.«

Durch Verbrauchsprognosen die Strombereitstellung vereinfachen

Neben dem intelligenten Lademanagement bietet EcoGuru auch Prognosen des Ladestromverbrauchs, die zukünftig eine optimierte Strombereitstellung ermöglichen sollen. Dazu erforschen EnBW und Fraunhofer IAO im Projekt InFlott eine Schnittstelle zwischen dem System »EcoGuru« und den EnBW-Systemen zur intelligenten Strombereitstellung (dem sogenannten »Virtuellen Kraftwerk«). »Für uns als Energieversorger stellen Fahrzeugflotten mit Elektrofahrzeugen flexible dezentrale Stromverbraucher dar. Diese sind theoretisch dazu in der Lage, durch intelligente Steuerung ihres Ladeverhaltens auf die stetig variierenden Bedingungen und Anforderungen des Stromversorgungssystems zu reagieren«, sagt Thorsten Niehaus von der EnBW und Projektleiter von InFlott. Das tatsächlich realisierbare Potenzial intelligenter Ladesteuerung wird im Projekt auf Basis von Pilotsystemen erforscht.

Smarte Schnittstelle für vielfältige Forschungsaktivitäten

Die Ladeinfrastruktur und die Elektroflotte am Fraunhofer-Institutszentrum Stuttgart zählen zu den größten und modernsten bundesweit. Das »Living Lab eFleet« stellt nicht nur für die Projektpartner von InFlott das ideale Forschungsumfeld dar, in dem die Projektpartner das Mobilitätssystem unter realen Bedingungen testen können – vom Prototyp bis zum fertigen Produkt. Mit EcoGuru haben das Fraunhofer IAO sowie das kooperierende IAT der Universität Stuttgart auch einen zentralen Baustein rund um ihre Forschungen in den Bereichen Energiemanagement und Elektromobilität entwickelt. Das Mobilitätssystem steuert Erzeuger und Verbraucher im intelligenten Stromnetz »Micro Smart Grid«, das momentan auf dem Parkhaus des Fraunhofer-Institutszentrums entsteht. Dieses umfasst auch erneuerbare Energieerzeuger wie Windkraft und Photovoltaik- Elemente sowie Pufferspeicher.

Übergeordnetes Ziel des Projekts InFlott ist es zu zeigen, dass Fahrzeugflotten ein wettbewerbsfähiges Einsatzfeld für E-Fahrzeuge sind – klimafreundlich und mit hohem Nutzerkomfort. Gleichzeitig wird gezeigt, dass eine sinnvolle Integration der Ladevorgänge von E-Fahrzeugflotten in das zukünftige Energieversorgungssystem – mit hohem Anteil erneuerbarer Energien – möglich ist. Das Projekt ist am 1. Januar 2013 gestartet und endet am 31. Dezember 2015.

Ausblick: EcoGuru von der Forschung in die Anwendung bringen

Damit Unternehmen und Institutionen EcoGuru künftig für das Management ihres elektromobilen Fuhrparks einsetzen können, soll das Mobilitätssystem nach dem Auftakt im Forschungs-Parkhaus des Fraunhofer-Institutszentrums so schnell wie möglich auch an weiteren Standorten evaluiert werden. Dafür vorgesehen ist im nächsten Schritt der elektromobile Fuhrpark des Regierungspräsidiums Stuttgart. Dieses sieht sich als Vorreiter der umweltfreundlichen Mobilität: »Unser Fuhrpark hat einen Flottendurchschnitt von nur 122 g CO2/km. Darüber hinaus betreiben wir derzeit sechs Elektromobile «, sagt Regierungsvizepräsident Dr. Christian Schneider. Weitere drei herkömmlich betriebene Fahrzeuge könnten nach einer Potenzialanalyse des Fraunhofer IAO auf alternative Antriebe umgestellt werden. »Wir leisten damit bereits jetzt einen aktiven Beitrag zum Schutz der Umwelt und sorgen für eine breitere Akzeptanz umweltschonender Antriebsformen«, so Dr. Schneider weiter. Diese würden von den Mitarbeitern gut angenommen. Durch gezielte Ersatzbeschaffungen im Leasing sorge das Regierungspräsidium für einen aktuellen Stand der Technik in seiner Flotte und nutze auch Downsizing bei den geleasten Fahrzeugen zur Verringerung des CO2-Ausstoßes.

Weiterhin ist der Einsatz im öffentlichen Bereich der Hofdienergarage Stuttgart geplant. Die Ladesäulen in der Hofdienergarage werden am 21. Mai 2014 in Betrieb genommen. Dabei sollen zum einen spezielle EcoGuru-Apps zum Einsatz kommen, welche die dort bestehenden Prozesse unterstützen. Zum anderen sollen weitere Zielgruppen für das System EcoGuru getestet werden.

Schaufenster Elektromobilität »LivingLab BWe mobil«

Logos Schaufenster Elektromobilität

Die Bundesregierung hat im April 2012 vier Regionen in Deutschland als »Schaufenster Elektromobilität« ausgewählt und fördert hier auf Beschluss des Deutschen Bundestags die Forschung und Entwicklung von alternativen Antrieben. Insgesamt stellt der Bund für das Schaufensterprogramm Fördermittel in Höhe von 180 Millionen Euro bereit. In den groß angelegten regionalen Demonstrations- und Pilotvorhaben wird Elektromobilität an der Schnittstelle von Energiesystem, Fahrzeug und Verkehrssystem erprobt.

Im baden-württembergischen Schaufenster LivingLab BWe mobil erforschen mehr als 100 Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und öffentlicher Hand Elektromobilität in der Praxis und werden dabei zusätzlich vom Land Baden-Württemberg und von der Region Stuttgart in hohem Maße durch eigene Fördermittel unterstützt. Die rund 40 Projekte konzentrieren sich mit ihren Aktivitäten auf die Region Stuttgart und die Stadt Karlsruhe und sorgen auch international für eine große Sichtbarkeit. Das LivingLab BWe mobil steht für einen systemischen Ansatz mit ineinandergreifenden Projekten, die Elektromobilität vom E-Bike über den E-PKW bis hin zum elektrischen Transporter und Plug-in-Linienbussen für jedermann erfahrbar machen. Die Projekte adressieren Fragestellungen zu Intermodalität, Flotten und gewerblichen Verkehren, Infrastruktur und Energie, Wohnen und Elektromobilität, Stadt- und Verkehrsplanung, Fahrzeugtechnologie, Kommunikation und Partizipation sowie Ausbildung und Qualifizierung. Koordiniert wird das LivingLab BWe mobil durch die Landesagentur für Elektromobilität und Brennstoffzellentechnologie e-mobil BW GmbH und die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS).

Weitere Informationen unter www.schaufenster-elektromobilitaet.org. Informationen zum LivingLab BWe mobil unter www.livinglab-bwe.de.

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