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Unterstützung der Kooperation mit freiwilligen Helfern in komplexen Einsatzlagen (KOKOS) © Michel Vorsprach - flickr

IT-basierte Konzepte für die effektive Koordination von Behörden und Bevölkerung

In Katastrophenfällen ist die freiwillige Hilfe der Bevölkerung unverzichtbar, um der Notlage Herr zu werden. Wie Freiwillige in das Krisenmanagement offizieller Stellen eingebunden werden können, ist Forschungsgegenstand des Projekts »KOKOS«. Im Fokus steht dabei die IT-gestützte und systematische Integration bestehender Strukturen, z.B. in Vereinen, Unternehmen oder Bürgerinitiativen.

Lang andauernde Stromausfälle, schwere Stürme und Hochwasserereignisse wie die Jahrhundertflut in Süddeutschland 2013 zeigen, wie anfällig unsere Gesellschaft bei Schadensereignissen ist. Um möglichst effektiv auf solche Szenarien reagieren zu können, müssen die beteiligten Helferinnen und Helfer richtig koordiniert werden. Sinnvoll ist hier die Zusammenarbeit von Behörden, Unternehmen, Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) und der Bevölkerung. Sie ermöglicht Sicherheit und Selbsthilfefähigkeit auch jenseits teurer Infrastrukturinvestitionen.

Konzepte zur Einbindung von zivil-gesellschaftlichen Gruppen in das Krisenmanagement

Das Institut für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement IAT der Universität Stuttgart, das eng mit dem Fraunhofer IAO kooperiert, ist an zahlreichen nationalen und internationalen Forschungsprojekten zu Themen wie organisationsübergreifenden Informationsprozessen, mobilen Anwendungen, Modellierung und Simulationen von Krisenmanagement sowie Freiwilligenmanagement beteiligt. Ziel des durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) auf Basis des Programms »Forschung für die zivile Sicherheit« mit 1,7 Millionen Euro geförderten Projekts »Unterstützung der Kooperation mit freiwilligen Helfern in komplexen Einsatzlagen (KOKOS)« ist es, Methoden, technische Konzepte sowie IT-Werkzeuge zu entwickeln, um die Öffentlichkeit und hier insbesondere zivil-gesellschaftliche Akteure wie z.B. Vereine als aktive Partner in das Krisenmanagement einzubeziehen und eine Kooperation anzustreben.

Vorhandene Strukturen für das Krisenmanagement nutzen

Der Fokus liegt dabei auf vorhandenen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und zivilen Strukturen wie Vereinen, Verbänden oder Unternehmen. Bei einem Ausfall wichtiger Infrastrukturen könnten beispielsweise Mitarbeiter der Tafeln mit ihrem logistischen Erfahrungsschatz bei der Versorgung der Bevölkerung Hilfe leisten. »Wir analysieren bestehende Selbsthilfepraktiken und ermitteln, was freiwillige Helfer dazu motiviert, mit offiziellen Stellen zu kooperieren. Ziel ist es, auf regionaler Ebene Hilfe zur Selbsthilfe im Katastrophenfall zu geben«, erläutert Patrick Drews, Projektleiter von Seiten des IAT der Universität Stuttgart. Die Hilfe zur Selbsthilfe soll anhand von Konzepten und Instrumenten geboten werden, die das Zusammenspiel von BOS und nicht-professionellen Akteursgruppen fördern.

Am Projekt beteiligt sind neben dem Institut für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement IAT der Universität Stuttgart die Universität Siegen mit den Instituten für Wirtschaftsinformatik und für Medienforschung, der Softwarehersteller VOMATEC International GmbH, der Softwareentwickler Ruatti Systems GmbH sowie eine Vielzahl an Anwenderorganisationen wie der Kreis Siegen-Wittgenstein, der Arbeiter-Samariter Bund, das Technische Hilfswerk, die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen, der Bundesverband deutscher Vereine und Verbände oder der Deutsche Evangelische Kirchentag. Interessierte Vereine, Unternehmen und Organisationen, aber auch Einzelpersonen können jederzeit mitwirken.

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