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Simulation für den Bevölkerungsschutz Foto: Sandra Frings, © Fraunhofer IAO

Ergebnisse des EU-Projekts CRISMA helfen Rettungskräften bei der Vorbereitung auf Katastrophen

Seit 2012 arbeiten im EU-Projekt CRISMA 40 Wissenschaftler, Techniker und Anwender aus 17 europäischen Institutionen zusammen. Sie haben Simulations- und Modellierungslösungen entwickelt, die bei der Vorbereitung von Behörden oder Rettungskräften auf Krisensituationen helfen. Zum Projektabschluss stellt das Konsortium Konzepte für Modellierung und Simulation vor.

Ob bei Chemieunfällen, Erdbeben oder Großschadenslagen: Ein effektives Krisenmanagement erfordert eine gute Vorbereitung, um Menschen, Gebäuden und Infrastrukturen den bestmöglichen Schutz zu bieten. Das 2012 begonnene EU-Projekt CRISMA (Modelling crisis management for improved action and preparedness) unterstützt Verwaltungen und Hilfsorganisationen auf allen föderalen Ebenen durch anpassbare und kombinierbare Simulationswerkzeuge bei der Vorbereitung auf solche Krisen.

Um Akteure des Bevölkerungsschutzes für Planung und Training mit Hilfe von Modellierung und Simulation systematisch zu unterstützen, hat das CRISMA-Forscherteam in den letzten drei Jahren ein Konzept zur Entscheidungsunterstützung, ein Softwareframework sowie konkrete Modelle entwickelt. Diese wurden 2015 mit zahlreichen strategischen und taktischen Entscheidern erprobt, sowohl für historische Ereignisse wie das Erdbeben in L’Aquila oder die Atlantikflut in La Rochelle als auch für mögliche fiktive Ereignisse wie Chemieunfälle, Kälteperioden und Verkehrsunfälle. Alle diese Lösungen wurden am 4. Juni 2015 zahlreichen Krisenmanagern und Einsatzleitern sowie Behörden und Verbänden aus verschiedenen europäischen Ländern vorgestellt und stießen auf großes Interesse.

Forscher entwickeln Konzepte zur Übungs- und Entscheidungsunterstützung

Das Fraunhofer IAO hat gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) ein Konzept zur Durchführung und Auswertung von Übungen des Massenanfalls von Verletzten (MANV) erarbeitet. Ziel war es, Handlungsempfehlungen zu entwickeln, die im gesamten DRK-Verband sowie von anderen Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) genutzt werden können – unabhängig von den lokalen Gegebenheiten und Ressourcen sowie ohne großen Schulungsaufwand. Mit Hilfe von vordefinierten Indikatoren wie beispielsweise zur (Vor-)Sichtung, Maßnahmen oder zum Transport können Übungen nun systematisch ausgewertet sowie die erfassten Übungsdaten mit anderen Übungen verglichen werden. Ebenso lassen sich die realen Übungsdaten für die Planung künftiger Einsätze oder zur Simulation von taktischen Strategien bei der Bewältigung von MANV-Einsätzen nutzen. Das erarbeitete Konzept erlaubt es somit, Einsatzkonzepte und Handlungspläne im Bevölkerungsschutz zu erarbeiten und zu testen.

Das Konzept zur Übungsdurchführung und -evaluation wird in einer Schriftenreihe der Sicherheitsforschung des DRK veröffentlicht und soll in weiteren Projekten mit anderen organisatorischen Lösungen und IT-Systemen kombiniert werden.

Team des EU-Projekts DRIVER entwickelt und erprobt Konzepte weiter

Das systematische Experimentieren im Krisenmanagement führen die Wissenschaftler am Fraunhofer IAO nun im EU-Projekt DRIVER (Driving Innovation in Crisis Management for European Resilience) fort, unter anderem in Kooperation mit dem Technischen Hilfswerk (THW) und der schwedischen Zivilschutzbehörde MSB.

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