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Mehr Durchblick in der Bürgerbeteiligung Bernd Müller © Fraunhofer IAO

Verschiedene Visualisierungstechniken werden im Projekt VisB+ auf Verständlichkeit geprüft

Ein Klick – und das geplante Konzerthaus ist um 180 Grad gedreht oder die eben noch betonkalte Zufahrtsstraße wird zu einer grünen Allee. Im Forschungsprojekt VisB+ untersuchen das Fraunhofer IAO und die Universität Hohenheim, wie moderne Visualisierungstechnologien eingesetzt werden können, um Bürger bei der Planung großer Bauvorhaben einzubinden.

Mit dem rasanten Fortschritt der Computertechnologie gibt es auch immer mehr Möglichkeiten, Bauvorhaben schon vorab zu visualisieren. Mit virtuellen 3D-Modellen lässt sich ein Bauwerk aus verschiedenen Perspektiven betrachten, bauliche Alternativen lassen sich einfach darstellen, ebenso wie die Auswirkungen, die ein Bauvorhaben auf Mensch und Umwelt hat: Wie wird die neue Shoppingmeile das Landschaftsbild verändern? Werde ich das Windrad von meinem Wohnzimmer aus sehen? Diese oder ähnliche Fragen lassen sich mit virtuellen Modellen im Voraus beantworten. Das vereinfacht die Bürgerbeteiligung und ermöglicht ein gesellschaftlich nachhaltiges Bauen.

Oft werden Visualisierungen als geschönt wahrgenommen

Denn vor dem Hintergrund teils gravierender Konflikte, die durch größere Bauprojekte verursacht wurden, wird die gesellschaftliche Nachhaltigkeit großer Bauvorhaben immer wichtiger: Projekte müssen so geplant und auch kommuniziert werden, dass die Öffentlichkeit diese annimmt. Mit Computer- oder Architekturmodellen können Bauträger einen Eindruck von der zukünftigen Wirklichkeit vermitteln. Diese stoßen aber bei Bürgern oftmals auf die Kritik, die Darstellungen seien geschönt und reine Werbung.

Wie sich unterschiedliche Formen von Visualisierungen auf die Glaubwürdigkeit und Verständlichkeit von Bauplanungen auswirken, untersuchen deshalb das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO und der Lehrstuhl für Kommunikationswissenschaft (540c) der Universität Hohenheim im Projekt »Visualisierung in Bürgerbeteiligungsverfahren« (kurz VisB+). »Richtig umgesetzt, sind Visualisierungen eine echte Chance, Bauvorhaben plastisch zu machen. Wir fragen: Wie können Visualisierungen glaubwürdiger werden und eine konstruktive Diskussion über Planungsalternativen ermöglichen?«, sagt Professor Frank Brettschneider, der das Projekt auf Seiten der Universität Hohenheim verantwortet.

Räumlich frei erlebbare digitale Modelle sollen die Bürgerbeteiligung erleichtern

3D-Technologien ermöglichen heute spektakuläre Anwendungen: Neben herkömmliche Architektenpläne und Computeranimationen treten heute sogenannte immersive 3D-Modelle, in denen der Betrachter vollkommen in eine virtuelle Realität eintaucht. In Trainingssimulatoren oder in Konstruktionsprozessen der Automobilindustrie hat diese High-End-Technik mittlerweile ihren festen Platz – nicht jedoch in der Bürgerbeteiligung zu Bauvorhaben: »Liegen die Planungsdaten in geeigneter Form vor, könnten Sie mit einem Mausklick verschiedene Varianten eines Bauvorhabens darstellen und von Bürgern z. B. in Planungswerkstätten virtuell begehen lassen«, so Günter Wenzel, Projektleiter für VisB+ auf Seiten des Fraunhofer IAO. Neben dem technisch Möglichen haben die Wissenschaftler aber auch im Blick, welche Visualisierungstechniken mit geringerem Aufwand für kleinere Bauvorhaben eingesetzt werden können. Aufbauend auf ihren Forschungsergebnissen werden so Standards für den Einsatz von Visualisierungstechniken im Rahmen der Bürgerbeteiligung formuliert.

Das Projekt wird durch das Forschungsprogramm Nachhaltiges Bauen der Baden-Württemberg Stiftung gefördert.

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