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Strategische Technologiebewertung

Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

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    Helge Spindler

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Technologien strategisch bewerten und planen

Technologiestrategien sind nur so gut, wie die zu Grunde liegenden Informationen und Entscheidungen. Diese Entscheidungen nachvollziehbar vorzubereiten, ist die Aufgabe der strategischen Technologiebewertung.

  • Welche Chancen und Risiken gehen für ein Unternehmen mit neuen Technologien einher?
  • Welche Auswirkungen haben externe Technologien auf Innovation und Substitution im zukünftigen Geschäft?
  • Wie passen sie in das Technologieportfolio eines Unternehmens?
  • Wie können verschiedene Blickwinkel auf und Anforderungen an den Nutzen externer Technologien in eine Gesamtbewertung integriert werden?

Nur wer Technologieentwicklungen systematisch nach technologischen, ökonomischen und strategischen Kriterien bewertet, wird auf lange Sicht erfolgreich bleiben. Studien haben gezeigt, dass erfolgreiche Unternehmen einen hohen Aufwand in die Bewertung von Technologieentwicklungen investieren und Bewertungsmethoden deutlich intensiver nutzen. Die in diversen Projekten mit der Industrie erprobte Vorgehensweise des Fraunhofer IAO hilft Unternehmen dabei, sich technologisch auf die Zukunft auszurichten.

Von der Technologie zur Entscheidung

Die strategische Technologiebewertung schafft eine Entscheidungsgrundlage für künftige Technologieentwicklungsprojekte, Kompetenzaufbaumaßnahmen und Beschaffungsaktivitäten in Bezug auf externe Technologien.

Um die zukünftige Bedeutung externer Technologien abschätzen zu können, werden zusammen mit Fachleuten Leistungsparameter, Werttreiber und Reifegrade ermittelt. Aktivitäten von Technologieanbietern und Wettbewerbern, Marktentwicklungen sowie wandelnde gesellschaftliche und politische Rahmenbedingungen fließen in eine nachfolgende Bewertung ein, da sie die Entwicklung von Technologien wechselseitig mit beeinflussen.

Mögliche Anwendungen im Markt müssen identifiziert und in neue Technologien übersetzt werden oder auch umgekehrt, da sich Technologiepotenziale kaum ohne Applikationen wie Kunden- und Produktanwendungen oder auch allgemeiner gefassten Anwendungsbereichen konkreter bestimmen lassen.

Die Analyse ist mit Unschärfe in Bezug auf zukünftige Entwicklungen behaftet und basiert überwiegend auf unvollständigen, zumeist qualitativen Informationen. Daher lassen sich die komplexen unternehmensexternen Sachverhalte neben portfoliobasierten Ansätzen durch Umfeld- und Technologieszenarien gut darstellen und bewerten.

Über eine »Bilanzierung« der in einem Unternehmen vorhandenen Technologien lässt sich nun bestimmen, ob und wo gegebenenfalls technologischer Handlungsbedarf besteht.

Eine modellbasierte Chancen- und Risikenbewertung der resultierenden Kombinationen aus Technologien, Applikationen und Zielmärkten aus Unternehmenssicht ist der Kernbestandteil der strategischen Technologiebewertung. Sie untersucht die Einflüsse und Auswirkungen externer Technologien auf das Geschäftsmodell eines Unternehmens oder seine Komponenten wie bspw. Produkte, Produktionsprozesse, Supply Chain sowie Kundennutzen. Um die zu Grunde liegenden quantitativen Annahmen überprüfen zu können, werden diese, wo möglich, variiert und ihr jeweiliger Einfluss auf das Bewertungsergebnis hervorgehoben. Neben Vorschlägen zum zukünftigen Umgang mit den analysierten Technologien liefert die Bewertung in individuellen Fällen auch Abschätzungen zu deren langfristigen ökonomischen Nutzen.

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